Allgäu

25.03.2020

Straßen sind menschenleer

Maximal zu zweit nach draußen: Alltagsleben wird noch mehr eingeschränkt

Am Sonntag wurden dem Gesundheitsministerium vom Landesgesundheitsamt (LGA) Baden-Württemberg weitere 482 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet.
Von Nicole Möllenbrock


Region (red) – Damit steigt die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 4.300 an. Das Durchschnittsalter beträgt 47 Jahre bei einer Spannweite von 0 bis 98 Jahren.

Erfahrungsgemäß sind die Zuwächse am Wochenende aufgrund der Meldekette niedrigerer als unter der Woche. Deshalb spiegeln diese Werte nicht notwendig die aktuellen Fallzahlen wider. Darüber hinaus wurden dem Gesundheitsministerium vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf 27 an. Seit Sonntag ist das Alltagsleben der Bürger noch eingeschränkter: Maximal zwei Personen, die nicht miteinander verwandt sind oder zusammenleben dürfen sich in der Öffentlichkeit treffen. Familien und Wohngemeinschaften sind ausgenommen. Das haben Bund und Länder zur Eindämmung des Coronavirus vereinbart. Außerdem muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Verstöße werden im Einzelfall mit bis zu 25000 Euro geahndet. Der Weg zur Arbeit, Arztbesuche, Einkäufe und auch Spaziergänge sind erlaubt, aber eben nicht in Gruppen. Alle Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege müssen schließen. Dazu zählen Kosmetikstudios, Friseure, Nagel- und Tatoostudios und Massagesalons. Gaststätten bleiben geschlossen, Essen kann weiterhin geliefert werden. Jetzt stellt sich die Frage, welches Geschäft geöffnet hat und welches nicht. Auf diesem Grund erstellt die Stadtverwaltung Leutkirch eine Online-Liste, welcher Betrieb momentan wie geöffnet hat und welche Leistungen angeboten werden können. Die Liste wird laufend aktualisiert und ergänzt und wird in den nächsten Tagen dann auch „analog“ vorliegen. „Bei der Vielzahl an Betrieben wird diese Liste voraussichtlich nie ganz aktuell oder vollständig sein. Wir möchten damit das Beste aus der derzeitigen Situation machen und den Betrieben und Kunden eine Plattform bieten“, so Thomas Stupka von der Stadtverwaltung. In Kürze werden auch weitere Filtermöglichkeiten nach bestimmten Kriterien möglich sein. Die Liste mit den ersten Rückmeldungen ist unter www.leutkirch.de/corona erreichbar. Einzelhandels-, Handwerks-, und Dienstleistungsbetriebe sind aufgerufen ihr aktuelles Angebot (zum Beispiel Lieferservice, Onlineshop, geänderte Kontaktdaten, Öffnungszeiten etc.) unter presse@leutkirch.de an die Stadt zu mailen.

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Stimmung ist gedämpft

Der Handel im Brennpunkt der Corona-Krise

Um Ansteckungsgefahr wegen des Coronavirus zu vermeiden, sind alle Menschen gesetzlich aufgefordert, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. Deshalb mussten viele Händler ihre Türen schließen, einige mit lebenswichtigen Produkten dürfen noch geöffnet bleiben.
Im Interview spricht Martin Tapper, Pressesprecher der Stadt Wurzach, über den Ausnahmezustand.

Von Nicole Möllenbrock Wie würden Sie die Stimmung im Handel in Bad Wurzach beschreiben? Ich habe gerade auch noch mit Werner Binder vom Vorstandsteam des Handels- und Gewerbeverein vor Ort gesprochen. Er beschreibt die Stimmung als „gedämpft“. Man habe vollstes Verständnis für die ganzen Maßnahmen, um die Lage in den Griff zu bekommen, sehe für den Handel vor Ort die Situation aber natürlich auch mit Sorge. Der Handel hoffe auf der anderen Seite dann auf einen gewissen Nachholbedarf, wenn sich die Lage wieder entspannt hat. Zu welchen Maßnahmen greifen die Händler? In erster Linie komme bei vielen Händlern gezwungenermaßen das Thema „Kurzarbeit“ zum Tragen. Ansonsten werde versucht, liegen gebliebene Dinge z.B. im bürokratischen Bereich aufzuarbeiten. Wie viele Einzelhändler gibt es in Bad Wurzach? Es gibt ungefähr 30 Ladengeschäfte. Wie viele Läden haben geschlossen bzw. geöffnet? Geschätzt haben weniger als die Hälfte der Geschäfte noch geöffnet, wobei das Sortiment teilweise sehr eingeschränkt ist. Gibt es besondere Vorfälle oder Maßnahmen? Besondere Vorfälle gibt es laut Werner Binder und auch aus unserer Sicht nicht. Der Handel versuche sich notgedrungen mit der Situation zu arrangieren. Auf der anderen Seite gebe es aber auch sehr positive ehrenamtliche Aktionen wie „Wurzach bringt´s“ vom Jugendrotkreuz oder in der Nachbarschaftshilfe.

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18.03.2020

Infektion vermeiden

Schutz der älteren Bevölkerung

Die Aktion Herz & Gemüt der Stadt Leutkirch möchte nochmal ganz explizit an die älteren Mitbürger appellieren, sich nicht unnötig unter Menschen zu begeben, um so das Infektionsrisiko zu minimieren. Insbesondere ältere Menschen zählen zur Risikogruppe im Zusammenhang mit der Corona-Infektion.

Region (red) – Das Landesgesundheitsamt und das Landratsamt Heilbronn haben das Gesundheitsministerium am gestrigen Dienstag über einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg informiert. Es handelt sich um eine über 80-jährige Bewohnerin eines Pflegeheimes im Landkreis Heilbronn, die zuvor an schweren Grunderkrankungen litt. Damit steigt die Zahl der Todesfälle in Baden-Württemberg auf vier (Landkreise Rems-Murr, Esslingen, Göppingen, Heilbronn).

Erste Erfahrungen haben gezeigt, dass bei Menschen über 65 Jahren – durch ein im Alter weniger gut reagierendes Immunsystem – die Infektion schwerer ausfällt. Auch bei Personen mit Vorerkrankungen beziehungsweise bei chronisch Erkrankten kann der Krankheitsverlauf sehr schwer sein kann. Deshalb wird gebeten, Angebote der nachbarschaftlichen Unterstützung oder sonstige Hilfestellungen, wie sie bispielsweise die Kirchengemeinden mit dem „Mutmacherprojekt“ und die Initiative „Wir für Leutkirch“ anbieten, zu nutzen. In diesen Projekten wird z.B. ein Einkaufsservice angeboten, damit die zur Risikogruppe zählenden Bürger die Wohnung nicht verlassen müssen.

Die Bürger werden gebeten auch auf Menschen in ihrer örtlichen Umgebung zu achten, die eventuell einen Hilfebedarf haben, diesen jedoch aus verschiedenen Gründen nicht mitteilen.

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