Allgemeine Artikel

Aktuelle Ausgabe: 25.03.2020

Diese Studie macht (etwas) Hoffnung

www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.03.05.20031773v2.full.pdf

Sterblichkeit könnte bei 0,5 Prozent liegen

Vorab: Ich bin kein Arzt, kein Virologe, kein Biologe. Deshalb ist dieser Text auch keine wissenschaftliche Arbeit. Doch als Journalist ist mir – und anderen Kollegen – bei den unzähligen Informationen zum Thema Corona etwas aufgefallen, das Hoffnung macht. Demnach könnte die Sterblichkeit an den Folgen des neuartigen Corona-Virus bei 0,5 Prozent liegen – nicht bei 3,4 Prozent, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet.

Von Robin Halle

Region – Sie erinnern sich vielleicht noch an die Berichterstattung über das Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“. Das Schiff wurde Ende Februar vor Japan unter Quarantäne gestellt, nachdem ein Passagier positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde. Das besondere danach: Die Reederei hatte angeordnet, alle 3711 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord auf Corona zu testen. Egal ob mit Symptomen oder nicht.

Nochmal: Ich bin kein Arzt, kein Virologe, kein Biologe. Aber ich glaube, dass es weltweit kein größeres Testverfahren auf engstem Raum mit allen Kontaktpersonen gegeben hat, als auf diesem Kreuzfahrtschiff.

Dr. Timothy Russell, ein mathematischer Biologe an der Londoner Schule für Hygiene und Tropenmedizin hat dieses Testverfahren ausgewertet. Seine Studie diesbezüglich ist öffentlich, jeder kann sie lesen. Hier der Link: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.03.05.20031773v2.full.pdf Die wichtigsten Ergebnisse:

• 33 Prozent der Passagiere waren 70 Jahre und älter, das Durchschnittsalter an Bord betrug 58 Jahre

• Von 3711 Passagieren an Bord wurden 697 positiv auf Corona getestet

• 328 der positiv getesteten Menschen hatten keine Symptome

• 30 Passagiere waren in einem kritischen Zustand, haben sich aber inzwischen erholt

• 15 Kreuzfahrtgäste befinden sich noch in einem kritischen Zustand (siehe www.bild.de)

• 7 Passagiere sind an den Folgen von Corona verstorben

• Alle 7 Verstorbenen waren älter als 70 Jahre

Die Forscher aus London haben die Fallzahlen mit Daten aus China verglichen. Dort wurden im gleichen Zeitraum nicht alle Fälle gemeldet (Alter, Tests, etc.). Hochgerechnet ergibt sich dann eine Sterblichkeit von ca. 0,5 Prozent für China.

Meine Meinung: Es verbietet sich, im Falle einer Sterblichkeit von 0,5 Prozent das Wort „nur“ zu verwenden. Wir dürfen das Corona-Virus auch nicht länger mit einer „schweren Grippe“ vergleichen. Das haben wir im Südfinder zweimal getan, weil es renommierte Mediziner bei einer Pressekonferenz in Ravensburg so gesagt haben. Dafür möchten wir uns entschuldigen. Fakt ist: An einer schweren Influenza-Grippe sterben ca. 0,1 bis 0,2 Prozent der Betroffenen. Das Corona-Virus ist laut der Studie von Dr. Russell mehr als doppelt so tödlich. Aber: Es ist wahrscheinlich nicht so tödlich, wie die WHO mit ihrer Sterblichkeitsprognose von 3,4 Prozent befürchtet.

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18.03.2020

Corona-Kurios

Die Sorge vor der Verbreitung des neuartigen Coronavirus’ öffnet auch neue Geschäftsideen.

  • Der sogenannte „verrückte Eismacher“ aus München hat Corona-Eis hergestellt. Er preist es auch auf den Sozialen Netzwerken mit Hashtags wie #glücklichsterben an.
  • Witze über das Coronageschehen werden vor allem per WhatsApp verbreitet. Etwa: „Heute kamen zwei Leute mit Mundschutz in die Post. Gott sei Dank war es nur ein Überfall und wir haben uns alle schnell beruhigt.“
  • Es gibt bereits Pornofilme, die zum Beispiel„Blonde Krankenschwester hilft gegen Coronavirus“ oder „Guy fights Coronavirus with his big erection“ heißen. Viele Darsteller tragen Mundschutz, Handschuhe oder gar Ganzkörperanzüge.
  • Es gibt die Website „Hamstertausch“, auf der Mangelartikel wie Desinfektionsmittel, Kleidung, Nahrungsmittel und mehr gesucht und angeboten werden können. Siehe: www.hamstertausch.de.

Vier Mythen zum Virus

Richtig oder falsch

(FS) Derzeit kursieren viele Informationen über das Coronavirus im Netz. Dabei kommt es schnell zu Missverständnissen, Gerüchten und Mythen.

Mythos 1: Gegen Corona hilft nur Spezialseife.

Wahrheit: Gründliches Händewaschen mit handelsüblicher Seife reicht vollkommen aus.

Mythos 2: Veranstaltungen werden abgesagt, weil Corona gefährlicher ist als gedacht.

Wahrheit: Dadurch soll die Ausbreitung der Viren verlangsamt werden. Deshalb sollten Großveranstaltungen derzeit gemieden oder abgesagt werden.

Mythos 3: Arbeitnehmer dürfen jetzt ohne Krankschreibung zu Hause bleiben.

Wahrheit: Ärzte können Patienten nun ohne Praxisbesuch bis zu sieben Tage krankschreiben. Wichtig: Das Attest muss laut Gesetz trotzdem nach dem vierten Krankheitstag bei der Firma eingereicht werden.

Mythos 4: Nur eine Atemschutzmaske schützt vor dem Virus.

Wahrheit: Die handelsüblichen Atemschutzmasken schützen nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Experten raten dazu, Augen, Nase und Mund wenn möglich nicht mit den Händen zu berühren.

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Corona: Das sind die wichtigsten Fakten

Wer? Wie? Was? Warum?

Was ist Corona überhaupt für ein Virus? Wo kommt es her? Wer ist gefährdet und wo ist der Impfstoff? Hier kommen die wichtigsten Fakten zum neuartigen Coronavirus.

Von Stefanie Rebhan

Der Name Corona ist auf das kranzförmige Aussehen der Coronaviren zurückzuführen (Lateinisch „corona“: Krone).

Coronaviren sind auch die Verursacher des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS). Im Februar 2020 wurde das Virus aufgrund der engen Verwandtschaft mit dem SARS-Virus als SARS-CoV-2 benannt. Die Erkrankung infolge des Virus heißt seitdem Covid-19.

Coronaviren sind genetisch hochvariabel. Einzelne Virusspezies können Tiere und Menschen infizieren.

Wahrscheinlich werden die Coronaviren vor allem über eine Tröpfchen- und Kontaktinfektion weitergegeben. Also durch direktes Anhusten oder Körperkontakt mit einer kranken Person. Möglich ist auch eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen.

Das Virus kann unterschiedlich starke Beschwerden hervorrufen. Von einer harmlosen Erkältung bis zu einer schweren Lungenentzündung mit Todesfolge ist alles möglich.

Für junge Menschen ist das Risiko schwer zu erkranken gering. Man geht von einer Sterberate von nur 0,2 Prozent aus. Ab einem Alter von 50 steigt das Risiko deutlich auf etwa 1,3 Prozent an. Am stärksten gefährdet sind Menschen ab 80 oder ältere Menschen mit stark angeschlagenem Immunsystem. Einige Experten schätzen, dass es voraussichtlich ein Jahr dauern wird, bis ein Impfstoff gegen das neue Virus entwickelt und getestet ist.

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Reiserücktritt wegen Corona ist möglich

Kostenlos stornieren?

Will man aus Angst vor dem Coronavirus von einer gebuchten Reise zurücktreten, hängt es von den Reisewarnungen des Auswärtigen Amts oder der Kulanz der Reiseveranstalter ab, ob die Stornierung kostenlos möglich ist.

Region – Will man aus Angst vor dem Coronavirus kostenfrei von einer Reise zurücktreten, muss das Auswärtige Amt in der Regel zuvor eine Reisewarnung für die jeweils gebuchte Urlaubsregion herausgegeben haben. Wegen Corona akzeptieren einige Reiseanbieter auch ohne die Reisewarnung eine kurzfristige Absage von Reisen ohne finanzielle Folgen für die Urlauber.

Nach der Absage der Tourismusmesse ITB in Berlin haben sich einige Reisveranstalter entschlossen, die kostenfreien Stornierungen anzubieten. Das gelte nach derzeitigem Stand bis Ende April für alle Pauschalreisen und Hotelbuchungen, nicht aber für Linienflüge, erklären Reiseexperten.

Das heißt, dass alle Reisen, die bis zu diesem Zeitpunkt gebucht werden, kostenfrei storniert werden können, auch wenn sie erst am Jahresende angetreten werden sollen. Damit sollen Frühbucher angesprochen werden, die momentan noch nicht absehen können, wie sich Corona in den kommenden Monaten entwickelt. Die Reisen müssen spätestens 14 Tage vor ihrem Beginn storniert werden muss. Manche Reiseveranstalter bieten bei Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus unter bestimmten Voraussetzungen die kostenlose Stornierung an.

Auch die bisher alsreiselustig geltenden Deut-schen halten sich seit der Aus-breitung des Coronavirus in Eu-ropa mit dem Urlaubmachenzurück. Wie viele seiner Kolle-gen spürt das auch AntonMaichle, Inhaber des Biber-acher Reisebüros Maichle. Ersagt: „Momentan merken wirsehr wohl, dass die Leute sichmit Buchungen zurückhalten,vor allem natürlich bei Reisezie-len in Richtung Asien. Verein-zelt gab es bei mir auch schonStornierungen.“ Doch nach Absage der Tou-rismusmesse ITB in Berlin hät-ten sich einige Reiseanbieterentschlossen, kostenfreie Stor-nierungen anzubieten, erklärtMaichle. Das gelte mit Ausnah-me von Linienflügen für allePauschalreisen und Hotelbu-chungen: „Momentan gilt dieseRegelung bis Ende April. Dasbedeutet, alle Reisen, die bis zudiesem Zeitpunkt gebucht wer-den, können kostenfrei stor-niert werden, auch wenn mansie erst am Ende des Jahres an-tritt.“ Damit sollten vor allemFrühbucher angesprochen wer-den, die momentan noch nichtwissen können, wie sich der Co-ronavirus in ein paar Monatenentwickelt. Die einzige Ein-schränkung ist laut Maichle,dass die Reise spätestens 14 Ta-ge vor ihrem Beginn storniertwerden muss.Manche Reiseveranstalter bieten bei Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus unterbestimmten Voraussetzungen eine kostenlose Stornierung an. Foto: Colourbox

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Programm für daheim

Keine Langeweile trotz Corona

Freizeitstress ist in Zeiten von Corona kein Thema mehr. Kein Hetzen vom einen Termin zum nächsten. Der Alltag wird gezwungener maßen entschleunigt. Das kann durchaus auch eine Chance sein.

Spieleabende mit der Familie – immerhin sind sie ja jetzt mal alle daheim.

„Kinoabend“ daheim mit der Familie. Natürlich mit Popcorn

Endlich mal die Kochrezepte ausprobieren, die man sich vor Jahren schon aufgeschrieben hat.

Fotos anschauen und endlich mal die lang ersehnten Alben gestalten.

Ein entspanntes Bad nehmen.

Die schönen Ecken in unserer Region entdecken.

Sich mit den Kindern auf Ostern freuen: Ostereier bemalen, Osternester basteln, die besten Verstecke suchen und natürlich die Schokolade naschen.

Bei schönem Wetter und Garten mal wieder ein Lagerfeuer machen und Stockbrot grillen.

Ebenfalls für alle mit Garten: Ein Hochbeet anlegen und die Kinder auf Bäume klettern lassen.

Sobald es warm ist: Gartendusche aufbauen. Und wenn es doch wieder strümt: Drachensteigen lassen.

Für Oma und Opa Bilder malen und Briefe schreiben, solange Besuche zu gefährlich sind.

Für die Nachbarn Einkäufe erledigen oder sich zum Babysitten bereit erklären.

Ein großes Puzzle anfangen und auch mal zu Ende bringen.

Und um das ganze nicht zu sehr zu romantisieren: Endlich Fenster putzen – der Frühling kommt!

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