Oberschwaben

Aktuelle Ausgabe: 25.03.2020

„Es ist ein Skandal“

Ravensburger Händler beklagen Wettbewerbsverzerrung

Seit vorigen Mittwoch ist es amtlich: Auf Anweisung der Landesregierung müssen in Baden-Württemberg rund 90 Prozent der Einzelhändler schließen, darunter ca. 300 in Ravensburg. Vorigen Freitag folgte die Erweiterung auf Restaurants, Bars und Cafés. Die Innenstädte sind quasi tot. „Manche Händler werden das keine vier Wochen überstehen“, sagt Wifo-Geschäftsführer Eugen Müller.

Von Robin Halle

„Wenn Sie online kaufen, dann bitte lokal online!“

Martin Riethmüller („RavensBuch“-Geschäftsführer)

Ravensburg – „Da wurde im Vorfeld nichts geregelt“, schimpft „RavensBuch“-Geschäftsführer Martin Riethmüller, „Tankstellen und Supermärkte dürfen weiter Bücher verkaufen, aber wir nicht. Amazon darf Bücher verschicken. Ich kann nur an die Vernunft der Menschen appellieren: Wenn Sie online kaufen, dann bitte lokal online!“

Parfümhändler Simon Bittel („Amica“) grollt ebenfalls. Er sagt: „Es ist ein Skandal, dass wir schließen müssen und im Drogeriemarkt Müller direkt gegenüber weiterhin Parfüm verkauft werden darf. In Bayern müssen Parfümregale abgehängt werden, in Baden-Württemberg nicht.“

Wie Riethmüller und Bittel muss auch Modehändler Reischmann hohe Ladenmieten zahlen. Er sagt: „Wir haben alle Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und Warenlieferungen gestoppt. Das entlastet uns etwas. Aber wir haben im Moment nur Ausgaben, keine Einnahmen.“ Die Schließung soll bis zum 19.4. gelten.

Müller sagt: „Wir erwarten dringend ein Notprogramm für den Handel. Krisengewinner sind Amazon und Co. Es wäre nur solidarisch, wenn sie in einen Nottopf einzahlen.“

Juwelier und Wifo-Vorstand Thomas Federspiel meint: „Trotz allem sollten wir uns auf den Tag vorbereiten, wenn die Geschäfte wieder aufmachen. Wir sollten zum Beispiel im Vorfeld über eine Woche kostenloses Parken sprechen.“

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Die Verbote im Landkreis Ravensburg

Zwei-Personen-Regel – Keine Feiern – Sozialkontakte einschränken – Weitere Geschäfte zu

Wegen der Coronakrise gelten seit Montag neue Verhaltensregeln. Was Sie als Bürger im Landkreis Ravensburg beachten müssen, lesen Sie hier.

Von Robin Halle

Gibt es eine Ausgangssperre?

Nein. Aber: Im Freien dürfen sich nicht mehr als zwei Menschen aufhalten. Ausnahme: Es sind Angehörige aus dem gleichen Haushalt. Zu Freunden/Bekannten muss ein Mindestabstand von 1,50 gehalten werden.

Was darf man draußen machen?

Erlaubt sind: Wege zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkauf, zu Prüfungen, zur Hilfe anderer Menschen oder grundsätzlich für wichtige Erledigungen. Erlaubt sind auch individueller Sport (z.B. joggen) und Gassi-Gänge mit dem Hund. Grundsätzlich sollten weitere Aufenthalte im öffentlichen Raum auf ein Mindestmaß beschränkt werden.

Was darf man zuhause?

Kontakte zu anderen Menschen außerhalb des eigenen Hausstands sollten auf ein Minimum beschränkt werden. Ausdrücklich verboten sind private Feierlichkeiten mit Freunden und Bekannten.

Was passiert, wenn man gegen eine der Auflagen verstößt?

Unklar. Die Polizei kann Verwarnungen und Bußgelder aussprechen. In NRW und Rheinland-Pfalz können diese Bußgelder bis zu 25000 Euro betragen. Für den Landkreis Ravensburg wurde bislang keine Obergrenze festgelegt.

Welche Geschäfte sind im Landkreis Ravensburg geschlossen?

Bars, Eisdielen, Diskotheken, Kneipen, Tourismushotels, Cafés, sowie Cafés in Bäckereien, Friseure, Tattos- und Piercing-Studios, Blumenläden, Bekleidungsgeschäfte, Fotostudios, Schreib- und Spielwarenhandel, Copyshops, Buchläden, Fahrschulen, Kfz-Handel, Fahrradläden (erlaubt bleiben Fahrradwerkstätten), Wein- und Spirituosenhandlungen, Koch- und Grillschulen, Massage-, Kosmetik- und Nagelstudios sowie Sonnenstudios, Mobile Dienstleister, die nicht zur Gesundheitswirtschaft gehören (wie zum Beispiel Kosmetiker, kosmetische Fußpfleger oder Friseure), Beherbergungsbetriebe, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze, Reisebusse für den touristischen Verkehr

Welche Geschäfte dürfen noch öffnen?

Einzelhandel für Lebensmittel, Metzgereien, Bäckereien, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Betriebskantinen (wenn keine externen Gäste bewirtet werden), Außer-Haus-Verkauf von Gaststätten, Ausgabestellen der Tafeln, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Medizinische Fußpflege (stationär und mobil), Mobile Dienstleister der Gesundheitswirtschaft, Drogerien mit Verkauf von Lebensmitteln oder Getränken, Hörgeräteakustiker, Optiker sowie Praxen für die medizinische Fußpflege, Tankstellen, Textilreinigungen, Fahrrad- sowie Kfz-Werkstätten, Verkehrsdienstleistungen aller Art, einschließlich Taxiunternehmen, Fahrschulen für Lkw, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Autovermietungen, Car-Sharing, Kioske, Baumärkte, Gartenbaubedarfsgeschäfte, Gärtnereien, Geschäfte, die den Tierbedarf abdecken, Hofläden und Raiffeisenmärkte, Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger, Reisebüros, Großhandel, Bestatter, Kaminkehrer, Hundetrainer, wenn sie die Tiere einzeln coachen, Musiklehrer mit Einzelunterricht, Personal Trainer, Ernährungsberater, Servicestellen von Telekommunikationsunternehmen, Stördienste aller Art, insbesondere Schlüsseldienste, Campingplätze für Personen, die dort ihren Erstwohnsitz angemeldet haben, Vermietung von Ferienwohnungen an Monteure, Versicherungsbüros, Reparaturen von Landmaschinen, Handwerksmischbetriebe (die auch verkaufen), Schuh- und Schlüsselreparatur.

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18.03.2020

Schluss mit lustig!

Was alles verboten ist: Die „Allgemeinverfügungen“ des Landkreises Ravensburg im Wortlaut

In diesen „Amtlichen Bekanntmachungen“ hat das Landratsamt offiziell mitgeteilt, was seit Dienstag im Landkreis Ravensburg alles verboten ist. Wer eine Veranstaltung mit mehr als 20 Personen plant (inkl. Geburtstag, Taufe, Familientreffen nach einer Beerdigung, Firmenfeier etc.), sollte den Text gründlich lesen.

Das Landratsamt Ravensburg erlässt im Wege der Eilzuständigkeit nach § 16 Abs. 7 des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) im Einvernehmen mit den Bürgermeisterämtern der Städte und Gemeinden des Landkreises Ravensburg für die Städte und Gemeinden Achberg, Aichstetten, Aitrach, Altshausen, Amtzell, Argenbühl, Aulendorf, Bad Waldsee, Bad Wurzach, Baienfurt, Baindt, Berg, Bergatreute, Bodnegg, Boms, Ebenweiler, Ebersbach-Musbach, Eichstegen, Fleischwangen, Fronreute, Grünkraut, Guggenhausen, Horgenzell, Hoßkirch, Isny im Allgäu, Kißlegg, Königseggwald, Leutkirch im Allgäu, Ravensburg, Riedhausen, Schlier, Unterwaldhausen, Vogt, Waldburg, Wangen im Allgäu, Weingarten, Wilhelmsdorf, Wolfegg und Wolpertswende folgende

ALLGEMEINVERFÜGUNG

über das Verbot und die Einschränkung von Veranstaltungen zur Eindämmung der durch SARS-CoV-2 (neuartiges Corona-Virus 2019) verursachten Atemwegserkrankung

1. Soziale Kontakte sind auf das Notwendige zu reduzieren.

2. Es ist untersagt, öffentliche und nichtöffentliche Veranstaltungen mit einer voraussichtlichen Teilnehmerzahl von mehr als 50 Personen durchzuführen.

3. Die für den Ort der Veranstaltung zuständige Ortspolizeibehörde (Bürgermeisteramt) kann in besonders gelagerten Einzelfällen, wie zum Beispiel bei gesetzlich vorgeschriebenen Veranstaltungen oder einer Veranstaltung im überwiegenden öffentlichen Interesse, auf Antrag Ausnahmen vom Verbot nach Nummer 2 – gegebenenfalls unter Auflagen – zulassen.

4. Geplante öffentliche oder nichtöffentliche Veranstaltungen mit einer voraussichtlichen Teilnehmerzahl von 20 bis 50 Personen sind der für den Ort der Veranstaltung zuständigen Ortspolizeibehörde (Bürgermeisteramt) mindestens 72 Stunden vor Beginn in Textform anzuzeigen. Mit der Anzeige ist die Notwendigkeit der Veranstaltung vom Veranstalter zu begründen. Dabei hat er das Interesse an der Durchführung der Veranstaltung mit dem hiervon ausgehenden Risiko der Übertragung von SARS-CoV-2 analog des Schemas des Robert-Koch-Instituts „Allgemeine Prinzipien der Risikoeinschätzung und Handlungsempfehlung für Großveranstaltungen“ (abrufbar im Internet unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html) abzuwägen. Geplante Maßnahmen zur Verringerung des Übertragungsrisikos sind darzulegen.

5. Bei Veranstaltungen nach Nummer 4 hat der Veranstalter die anwesenden Personen in einer Anwesenheitsliste mit zu erfassen, die mindestens die folgenden Angaben enthalten muss: Vor- und Familienname, vollständige Anschrift und Telefonnummer. Außerdem ist, soweit möglich, ein Überblicksfoto, wer neben wem sitzt, anzufertigen. Die Anwesenheitsliste und das Foto sind vom Veranstalter für die Dauer von vier Wochen nach Ende der Veranstaltung aufzubewahren und dem Gesundheitsamt auf Verlangen vollständig auszuhändigen.

6. Diese Allgemeinverfügung gilt nicht für die Sitzungen von Gremien nach der Gemeindeordnung sowie der Landkreisordnung, über deren Durchführung der bzw. die jeweilige Vorsitzende des Gremiums entscheidet, sowie damit zusammenhängende Vorbereitungstreffen. Sie gilt ferner nicht für behördliche Besprechungen. Für die öffentlichen und privaten Schulen, Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegeeinrichtungen gelten ausschließlich die Vorgaben des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport.

7. Diese Allgemeinverfügung gilt ab dem auf die Bekanntmachung folgenden Tag (17.03.2020) bis einschließlich 31. März 2020.

 ZUWIDERHANDLUnGEN

Nach § 75 Abs. 1 Nr. 1 IfSG wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer einer vollziehbaren Anordnung nach § 28 Abs. 1 Satz 2 IfSG zuwiderhandelt. Die Nummern 2, 4 und 5 dieser Allgemeinverfügung stellen mit ihrer Bekanntgabe eine solchevollziehbare Anordnung dar.

Im Falle der Nichtbeachtung des Verbots nach Nummer 2 dieser Verfügung sowie im Falle der Nichtbeachtung der Anzeigepflicht nach Nummer 4 und der Dokumentationspflicht nach Nummer 5 dieser Verfügung kann die zuständige Ortspolizeibehörde die Verfügung mit Mitteln des Verwaltungszwangs nach dem Landesverwaltungsvollstreckungsgesetz durchsetzen.

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Besuchsverbot an OSK-Häusern stößt auf Verständnis
Klinikverbund verfeinert die Regeln für Ausnahmen

Für das am Freitag erlassene Verbot von Krankenbesuchen an den Häusern der Oberschwabenklinik herrschte am Wochenende sowohl an den abgesperrten Zugängen als auch bei den Reaktionen in den sozialen Medien ganz überwiegend Verständnis und Zustimmung. Vor allem in den ersten Stunden am Freitagabend gab es auf die kurzfristig angeordnete Maßnahme einige überraschte und enttäuschte Reaktionen. Aber auch hier überwog nach kurzen Erläuterungen die Einsicht in die Notwendigkeit zum Schutz der Patienten und der Beschäftigten.

Nach den ersten Erfahrungen am Wochenende hat die OSK die Ausnahmeregelungen präzisiert:

  • Für die Klinik für Kinder und Jugendliche am St. Elisabethen-Klinikum gilt, dass nur ein Elternteil gleichzeitig das Kind besuchen kann. Der Besuch von Geschwisterkindern kann leider nicht zugelassen werden.
  • Für Patienten in einem unmittelbar lebensbedrohlichen Zustand gilt, dass bis zu drei Angehörige gleichzeitig zu ihnen gelassen werden.
  • Die Regelungen gelten in beiden Fällen auch für die Intensivstationen.
  • Bei Geburten können werdende Väter anwesend sein, wenn sie kein Virusträger sind, in den letzten 14 Tagen in keinem Risikogebiet waren und in den letzten 14 Tagen keinen Kontakt zu Infizierten hatten. Der Vater muss eine entsprechende Erklärung abgeben. Besuche nach der Geburt sind ausschließlich Vätern erlaubt. Geschwisterkinder sind nicht zugelassen. Familienzimmer werden bis auf weiteres nicht mehr angeboten.

Bereits in den ersten Stunden des Besuchsverbots hat sich am Freitag als Diskussionspunkt herausgestellt, dass Angehörige kommen und Wäsche oder andere Utensilien, die ein Patient benötigt, abgeben wollen. Hierfür hat die OSK mittlerweile die Möglichkeit geschaffen, dass solche Gegenstände in geschlossenen und beschrifteten Taschen oder Tüten am Empfang abgegeben werden können. Die OSK bittet darum, dass Patienten möglichst bereits zur Aufnahme im Krankenhaus alles mitbringen, was sie für den Aufenthalt und die Entlassung benötigen. Die Belastung des Personals durch Verteilaufgaben soll so gering wie möglich gehalten werden.

Der Zugang zu den Häusern der OSK erfolgt gegenwärtig ausschließlich über die Haupteingänge. Die Nebeneingänge sind für das Publikum geschlossen. Unverändert frei, aber nur bis zum jeweiligen Behandlungsbereich, ist der Zugang für Patienten der Notaufnahmen, der Notfallpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung sowie für Patienten, die ins Krankenhaus zu Terminen einbestellt sind.

Am St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg erfolgt der Zugang zur Corona-Anlaufstelle der Kassenärztlichen Vereinigung direkt an der Nordseite des Areals. Durch das Klinikum gibt es keinen Zugang. Im Übrigen wäre der Weg auch weiter.

Auch die Sicherheitsleute an den Zugängen zu den Kliniken und die Beschäftigten an den Empfängen sehen sich einer Situation gegenüber, die sie so noch nie bewältigen mussten. Die OSK bittet darum, den eingesetzten Kräften an diesen ersten Anlaufstellen ihre Arbeit so einfach wie möglich zu machen.

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Witzige Corona-Idee von Brian Lausund

Hoftheater-Kabarett jetzt auf Video

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Hoftheaters,

auch wir sind von der derzeitigen Situation betroffen und schließen unsere Türen bis einschließlich 19. April 2020.

Wir bemühen uns für alle davon betroffenen Veranstaltungen Ersatztermine zu organisieren und werden uns in den kommenden Tagen bei jeder/m TicketinhaberIn melden, um entweder eine Umbuchung auf den Ersatztermin durchzuführen oder die gekauften Karten zu erstatten.

Einige Gäste sind auch schon dazu übergegangen ihre Tickets unstorniert nicht zu nutzen, da sie wissen, dass es in den kommenden Wochen SpitzaufKnopf steht, ob das Hoftheater überleben wird. Dafür sind wir natürlich dankbar und hoffen auf das Beste.

Ansonsten: Auch mit verschlossenen Türen planen wir heftig, wie wir es schaffen können, den Strom an guter Unterhaltung gerade in diesen für alle schweren Tagen nicht abreissen zu lassen. Unser letztes Konzert gestern haben wir probeweise auf Facebook als Livestream zugänglich gemacht. Vielleicht schaffen wir es ja auch – mit etwas verbesserter Technik – einen Livestream auf unserer neuen Homepage (www.hoftheater.org) zu installieren.

Dann könnten wir uns auch in diesen Tagen der sozialen Isolation – jeder in seinem Wohnzimmer – gemeinsam versammeln und live zusammen lachen. Die Idee: Unsere großartigen Comedians treten vor einem leeren Hoftheatersaal auf, aber wissen dabei, dass sie bei Ihnen Zuhause für ein paar Augenblicke ein Gegengewicht zu den düsteren Aussichten schaffen können.

Wir arbeiten daran und veröffentlichen die konkreten Details dazu auf unserer Homepage, sobald wir genaueres wissen. Wir würden uns jedenfalls über Ihren digitalen Besuch im Hoftheater freuen!

Brian Lausund, Geschäftsführer Hoftheater GbR

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Hilfe über Facebook

Nachbarschaft

Weingarten ruft eine Facebookgruppe für Nachbarschaftshilfe ins Leben.

Weingarten – Die Stadt Weingarten hat auf Facebook unter dem Namen „Nachbarn helfen Weingarten“ eine Gruppe für Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen, die schnell und pragmatisch ehrenamtliche Hilfsangebote mit Hilfesuchenden verbindet.

Durch die dynamische Lageentwicklung der Verbreitung des Coronavirus, werden in den kommenden Tagen und Wochen immer mehr Bürger unter Quarantäne Hilfe von außen benötigen. Das schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. Um diese Menschen mit denen zusammenzubringen, die helfen möchte, habe die Stadt die Facebook-Gruppe ins Leben gerufen. Die Seite wird über das Stadtmarketing betrieben.

Für Menschen, die keinen Facebook-Zugang haben, ist das Team des Stadtmarketings von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr telefonisch unter der Nummer 0751 405-358 erreichbar.

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Aus der Traum für Schlegel

Ravensburger im Semifinale – Corona beendet Tanzshow

„Ich finde gerade keine Worte“

Jürgen Schlegel

Das Publikum feuerte Tanzprofi Jürgen Schlegel aus Ravensburg und seine Tanzpartnerin Sarah Leutenegger nicht an, als sie sich ins Semi Finale der Schweizer Show „Darf ich bitten?“ tanzten. Es war nämlich keins da. Kurz darauf wurde die Show abgesetzt.

Von Stefanie Rebhan

Ravensburg/Zürich – Um nach Zürich ins Fernsehstudio oder zum Training zu kommen, hat Jürgen Schlegel zuletzt eine Sondergenehmigung gebraucht. Seine Tanzschule in Ravensburg hat er vorübergehend geschlossen. So zeigen sich die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus für den 42-jährigen Ravensburger.

Vergangenen Samstag hatte er mit seiner Tanzpartnerin Sarah Leutenegger – bekannt durch die Teilnahme an der Castingshow „Germany’s next Topmodel“ – das Semifinale der schweizer TV Show „Darf ich bitten?“ erreicht. Zu diesem Zeitpunkt durfte sich bereits kein Publikum mehr im Studio aufhalten. „Wir hatten Live-Schaltungen zu den Freunden der Promi-Tänzer. Es hat uns zusammengeschweißt, weil wir alle gegenseitig unser Publikum waren und uns angefeuert haben“, erzählt Jürgen Schlegel. Zu 90 Prozent habe er mit seiner 26-jährigen Tanzpartnerin das abrufen können, was sie trainiert hatten. Die Ansprüche an eine jüngere Partnerin seien vor allem bei der Jury durchaus höher als bei älteren Promis.

Obwohl die Konkurrenz groß gewesen sei, hatte sich Schlegel zum ersten Mal Chancen auf einen Sieg ausgerechnet. Es ist das dritte Mal, dass er als Tanzprofi an der Show in der Schweiz teilgenommen hat.

Doch das neuartige Coronavirus machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Am 16. März wurde die Show abgesetzt, die Schweiz hat den Notstand erklärt. Schlegel: „Ich finde gerade keine Worte, die ausdrücken könnten, wie sich das anfühlt. Drei Monate harten Trainings, unzählig gefahrene Kilometer, zig geschneiderte Kostüme, gebastelte Bühnenbilder und abgedrehte Einspieler…, der Einzug ins Semifinale…, und so kurz vor dem Ziel: alles ,umsonst’.“

Dennoch zeigte er Verständnis für die Entscheidung. Es könne dadurch Schlimmeres verhindert werden. Alle müssten sich jetzt am Riemen reißen, um zur Eindämmung der Pandemie beizutragen. „The party is over…, but life goes on! Bleibt gesund!“, so Schlegel.

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Stiftung informiert

Was Angehörige von Pflegebedürftigen wissen sollten

Es gibt nach aktuellem Kenntnisstand keinen Fall von Corona in Einrichtungen der St. Elisabeth-Stiftung aus Bad Waldsee. Dennoch sind alle 2500 Mitarbeitenden von den Entwicklungen rund um die Corona-Infektionen unmittelbar betroffen.

BAd Waldsee – „Unsere ganze Arbeit gilt im Moment dem Ziel, dass besonders gefährdete Menschen, die in unseren Einrichtungen leben, nicht mit dem Virus in Kontakt kommen“, sagt Matthias Ruf, Vorstand der St. Elisabeth-Stiftung. „Genauso wichtig ist uns aber auch die Gesundheit unserer Mitarbeitenden. Sie leisten Großartiges bei der Bewältigung dieser außergewöhnlichen Situation.“

Auf Verordnung der Landesregierung sind Besuche in Alten- und Pflegeheimen sowie stationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung nur noch mit Erlaubnis der Einrichtungsleitung möglich. Die Altenhilfe und der Heggbacher Wohnverbund der St. Elisabeth-Stiftung haben die Möglichkeiten für Besuche in Wohnangeboten für Menschen mit Behinderung, Pflegeheimen und Hospizen bereits stark eingeschränkt. Seit dem 16. März sind die Einrichtungen ganz für Besucher geschlossen.

„Medizinisch notwendige Besuche sind natürlich weiter möglich“, sagt Annette Köpfler, Leiterin der Altenhilfe der St. Elisabeth-Stiftung. In besonderen Fällen – zum Beispiel, wenn ein Bewohner im Sterben liegt – stehen die Türen der Einrichtungen weiter für Angehörige offen. „Das gilt natürlich in besonderem Maße für unsere Hospize“, hebt Köpfler hervor. „Wir bitten Angehörige, sich telefonisch mit unseren Einrichtungen in Verbindung zu setzen, wenn sie Fragen zu Besuchsregelungen haben“, ergänzt Renate Weingärtner, Leiterin des Heggbacher Wohnverbunds. In allen Fällen vereinbart die Einrichtungsleitung mit den Besuchern individuelle Maßnahmen zum Schutz der restlichen Bewohnerschaft.

Die St. Elisabeth-Stiftung hält in der Casa Elisa in Ravensburg drei Notgruppen mit jeweils fünf Kindern aufrecht: Hier werden Kinder betreut, deren Eltern in „systemrelevanten“ Berufen beschäftigt sind und vor allem im benachbarten St. Elisabethen-Klinikum arbeiten.

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