Bodensee

Aktuelle Ausgabe 27.05.2020

Plötzlich Erntehelferin

Wie die Corona-Krise den Horizont erweitern kann

Flexibilität bekommt eine neue Bedeutung

Geboren und aufgewachsen in der Bodenseeregion war ich der festen Überzeugung, zu wissen, wie es in der Landwirtschaft läuft. Vor allem, weil auch Verwandte von mir Landwirte sind. Doch während der Corona-Krise wurde ich definitiv eines Besseren belehrt. Denn um die neu gewonnene Freizeit möglichst sinnvoll zu nutzen, bin ich in der Erdbeer-ernte tätig geworden.

Von Larissa Rusche

„Es ist gar nicht so anspruchsvoll – denk einfach nicht so viel nach“, so lautete die grobe Berufsbeschreibung vor meiner ersten Schicht als Erntehelferin. Aber diese Einschätzung wird der Aufgabe nicht gerecht.

Ich dachte immer als Redakteurin wüsste ich, was es bedeutet, flexibel zu sein.

Mal ein Abendtermin oder auch Einsätze am Wochenende gehören zum Berufsalltag dazu. Aber als Erntehelferin erreicht das Wort Flexibilität eine ganz neue Dimension. Arbeitsbeginn zwischen 0 und 5 Uhr – alles ist möglich. Arbeitsdauer zwischen drei und zwölf Stunden – auch hier ist alles im Bereich des Möglichen. Schließlich müssen sich die Landwirte nach dem Wetter richten. Außerdem sollen die Erdbeeren tagesfrisch geliefert werden und die Auftragslage variiert. Das Motto lautet also: Allzeit bereit.

Durch den kleinen Einblick als Erntehelferin wurde mir vor allem eins sehr bewusst: Wie gut es mir doch in meinem vergleichsweise sehr geregelten Job als Redakteurin geht, aber noch mehr: Was für ein Weichei ich bin. An einem Sonntagmorgen um 7 Uhr habe ich in Oberdorf zwei Stunden zur Probe gearbeitet. Als ich zu Beginn den Profis kurz zugeschaut habe, dachte ich noch: „Das schaffe ich locker auch.“ Doch schon nach kurzer Zeit war mir kalt, meine Schuhe waren vom Morgentau völlig durchnässt – wer trägt auch Sneaker im Feld?! – und mein Nacken hat geschmerzt wie ich es noch nicht erlebt habe. Dazu muss man wissen, dass wir eine besondere Erntemethode verwenden. Ähnlich wie bei der Gurkenernte „schweben“ zwölf Erntehelfer im sogenannten Flieger über die Erdbeerreihen. Dabei hängt der Kopf frei in der Luft. Obwohl ich zwar gerade gejammert habe, ist diese Variante weitaus bequemer als die Erdbeeren kriechend zwischen den Reihen pflücken zu müssen.

Hinzu kam bei mir dann auch noch meine – im Vergleich zu den polnischen Erntehelferinnen – sehr langsame Pflückleistung. Während meine Pflück-Nachbarin im Minutentakt die Erdbeerschalen aufgefüllt hat, habe ich bestimmt dreimal so lange gebraucht.

Aber gerade weil mein Schnupperkurs nicht so glorreich für mich verlaufen ist, wollte ich weitermachen. Die Einsatzzeiten bekomme ich kurzfristig mitgeteilt – wie gesagt: Flexibilität erreicht in der Ernte ein neues Level. Aber immerhin war ich bei meinem zweiten Einsatz schon viel besser vorbereitet. Mit Gummistiefeln, dicker Decke , Tee und einem Wärmepflaster im Nacken war ich startklar.

Was die Arbeit auf jeden Fall sehr viel leichter und angenehmer macht, sind die netten Erntehelferinnen aus Polen. Auch wenn wegen der sprachlichen Barriere kein wirkliches Gespräch zustande kommt, sind sie alle sehr lieb und versorgen mich außerdem immer mit Süßigkeiten. Und, wenn ich wieder einmal zu langsam bin, unterstützt mich die Erntehelferin neben mir heimlich und schafft es tatsächlich zwei Stöcke parallel zu pflücken, während ich an nur einem verzweifle.

Offensichtlich bin ich um 2Uhr morgens einfach nicht in der Lage, schnell genug die Erdbeeren zu mustern und zu sortieren – sind sie wirklich komplett reif oder sind sie vielleicht schon zu reif? Haben sie Macken, Druckstellen oder Löcher? Und wir müssen wirklich ganz genau hinschauen. Denn in den Schalen für den Verkauf dürfen nur Erdbeeren mit „Extra-Qualität“ landen.

Damit die Schicht reibungslos verläuft, gehen ein oder zwei Personen hinter dem Flieger her. Sie tauschen die vollen Kisten gegen neue aus und bringen den Kompost weg. Das hört sich doch ganz angenehm an, oder? Doch auch diese Aufgabe kann schweißtreibend werden. Es gab eine Schicht, während der ich von Anfang bis Ende hinter dem Flieger geblieben bin. Das Ergebnis von neun Stunden waren mehr als 8000 Schritte – wohl bemerkt bei einer Reihe von gerade 180 Meter. Ich bin also ganz schön viel hin und her gelaufen. Hinzu kommt bei dieser Aufgabe das Tragen der vollen Kisten. Jede hat mehr als sechs Kilo, die Wege sind zugegeben kurz, aber: während der neun Stunden kommt einiges zusammen. Etwa 360 Kisten haben die Erntehelfer gepflückt und die müssen alle bewegt werden.

Inzwischen bin auch ich besser geworden. Mein Blick für gute Erdbeeren ist geschärfter und etwas schneller bin ich auch geworden. Aber an die Ausdauer der geübten Erntehelferinnen komme ich bei Weitem nicht ran. Darum bleibt mir am Schluss nur eins zu sagen: Ganz großen Respekt und vielen Dank an alle Erntehelfer und Landwirte. Es ist unglaublich, was sie während der Erntezeit leisten. Ein paar Stunden die Woche strengen mich schon total an. Aber sie ziehen das wochenweise täglich durch. Mit dem Wissen, wie viel Anstrengung und Mühe hinter einer kleinen Schale voll Erdbeeren steckt, schmecken sie jetzt noch viel besser.

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Ticketverkauf wieder im Bus

FRIEDRICHSHAFEN – In allen „Silberpfeil“-Bussen des Friedrichshafener Stadtverkehrs sind nun Schutzvorrichtungen bei den Fahrern eingebaut worden. Daher können ab sofort wieder Fahrscheine beim Fahrpersonal gekauft werden. Zudem ist auch die vordere Tür wieder geöffnet und für den Einstieg zu nutzen. Der Stadtverkehr weist daraufhin, dass in nächster Zeit weiterhin verstärkt Fahrschein-Kontrollen durchgeführt werden. Für den kontaktlosen und schnellen Fahrscheinkauf empfiehlt sich – wie bisher schon – die eCard vom Verkehrsverbund bodo oder die App „DB-Navigator“.

Der Friedrichshafener Stadtverkehr weist außerdem darauf hin, dass in den Verkehrsmitteln sowie an den Haltstellen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden sollte. Foto: pr

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Über den Wolken…

…kann man auch nicht ohne Vorsichtsmaßnahmen sein

Er ist endlich wieder zurück: Nach – durchaus umstrittenen – Einsätzen an Ostern kehrt der Zeppelin NT als fliegendes Wahrzeichen unserer Region zu Pfingsten als außergewöhnliches Fluggerät für Jedermann zurück.

Von Matthias Schopf

Bodenseekreis – Die Corona-Pandemie hatte auch die Pläne der Deutschen Zeppelin-Reederei (DZR) durcheinander gewirbelt. Außer zu Probeflügen blieben die fliegenden Attraktionen am Boden. An Ostern

hatten Beamte der Polizei die Möglichkeit, vom Zeppelin aus die Einhaltung der Abstandsregeln zu kontrollieren – eine einmalige Maßnahme, die der DZR auch viel Kritik eingebracht hatte. Nun kann man endlich wieder zum – fast – regulären Betrieb zurückkehren. Am 29. Mai starten in Friedrichshafen wieder die Luftschiffe – ebenfalls am Wochenende geht es auch in Bonn und Mönchengladbach mit Rundflügen los.

„Damit sich unsere Passagiere bei ihrem Flugerlebnis sicher fühlen können, haben wir ein umfassendes Hygiene- und Abstandskonzept eingeführt,” erklärt Eckhard Breuer, Geschäftsführer der DZR in einer Mitteilung. „Dazu gehört insbesondere, dass wir vorläufig die Zahl der Passagiere an Bord auf 8 begrenzen werden – normalerweise sind es 14.”

Darüber hinaus gilt in allen Bereichen für Gäste und Gastgeber die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. Auch Handdesinfektion steht zur Verfügung.

Eine weitere positive Nachricht wurde am Dienstag dieser Woche verkündet: Die DZR arbeitet in den USA bereits mit Goodyear zusammen – nun wird auch ein Zeppelin in Deutschland und Europa mit Goodyear-Werbung fliegen und soll auch bei großen Motorsportereignissen eingesetzt werden – als fliegende Kamera für den Fernsehsender Eurosport.

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Ausgabe 20.05.2020

Nummer gegen die Corona-Einsamkeit

Landratsamt sucht weitere Telefonpaten

Weitere „Plauderer“ werden gesucht

Besondere Zeiten erfordern besondere Aktionen – das hat man sich wohl auch beim Landratsamt gedacht und eine besondere Telefonaktion für die Zeit der Corona-Pandemie ins Leben gerufen. Die Aktion ist erfolgreich gestartet – nun werden weitere Telefonpaten gesucht.

Von Matthias Schopf

Bodenseekreis – Die aktuellen Fallzahlen für den Bodensee, was Corona-Erkrankungen betrifft, stimmen hoffnungsvoll (siehe Meldung oben). Dennoch dürfen auch die aktuellen Lockerungen

nicht darüber hinweg täuschen: Covid19 ist noch nicht weg und auch das soziale Leben ist nicht im früheren Maß zurückgekehrt. Darunter leidet vor allem eine Bevölkerungsgruppe: Alleinstehende, gerade allein lebende Senioren. Der Bodenseekreis hat für sie eine besondere Aktion ins Leben gerufen.

„Offenes Ohr“ vermittelt Telefonpaten an Alleinstehende, denen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt und die sich nach Gesprächen sehnen – da viele Möglichkeiten für den gewohnten Plausch ja gerade derzeit wegfallen. „Wir bekommen sehr gute Rückmeldungen“, schreibt Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes, in einer Pressemitteilung. Sowohl von den Senioren, aber auch von den Telefonpaten, die bereits mitmachen.

Die Teilnahme wurde sehr einfach gestaltet: Bei der Koordinierungsstelle für bürgerschaftliches Engagement können sich einsame Menschen melden, die gerne wieder plaudern möchten. Ebenso melden sich hier Telefonpaten, die jene Menschen gerne anrufen und mit ihnen sprechen würden. Die Daten werden laut Landratsamt vertraulich behandelt. Wer mitmachen will ruft montags bis freitags unter 07541/ 204-5605 an.

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Ausgabe 14.05.2020

Wieder 2-Stunden-Takt

Katamarane fahren häufiger

Sonntags bleibt der Betrieb geschlossen

Gute Nachrichten vom Katamaran. Seit Montag ist der Katamaran werktags wieder im 2-Stunden-Takt unterwegs. Und auch an den Samstagen werden wieder Fahrten angeboten.

Friedrichshafen – Damit reagiert die Reederei nach eigenen Angaben auf die Lockerungen bei den Corona-Vorschriften. „Mit der Öffnung der Läden und dem Beginn des Unterrichts steigen die Fahrgastzahlen“, berichtet Christoph Witte, einer von zwei Geschäftsführern bei der Katamaran Reederei-Bodensee. „Schüler, Studenten aber auch Lehrer und Teilzeitkräfte fragen wieder Verbindungen untertags nach“.

Mit der Ausweitung des Fahrplans auf den durchgehenden 2-Stunden-Takt könne man auf dieses Bedürfnis gut reagieren.

Und dennoch: es ist und bleibt ein Zugeständnis an die Pendler. Denn auch wenn die Fahrgastzahlen wieder steigen, so rechtfertigt ein Tag mit derzeit 100 Fahrgästen keine Rückkehr zum regulären Fahrplan, so Geschäftsführungskollege Norbert Schültke. Der Samstagsfahrplan ab dem 16. Mai sei ein Versuch, um zu testen, wie hoch der Bedarf am Wochenende ist. Mit der schrittweisen Wiederöffnung von Handel, Gastronomie und Museen rechnet man bei der Reederei mit einer langsamen Steigerung der Nachfrage. Sonntags fährt der Katamaran aber bis auf Weiteres noch nicht.

Um weiterhin die Sicherheit von Schiffsführern und Fahrgästen zu gewährleisten, wird neben dem vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz die zulässige Fahrgastzahl pro Überfahrt auf 70 Personen begrenzt. „Den Mindestabstand mit 1,5 m können wir nur bei einer begrenzten Anzahl an Fahrgästen auch tatsächlich gewährleisten“, erklärt Christoph Witte die Maßnahme.

Der Katamaran wird weiterhin täglich intensiv gereinigt und mittels einer Vernebelungsmaschine desinfiziert. Die Schiffsführer kontrollieren die Fahrscheine auf Sicht.

Aktuell gibt es ein Tarifangebot der Katamaran-Reederei, bei der Fahrten nach 14 Uhr günstiger sind. Die Hin- und Rückfahrt kostet mit dem „14 Uhr-Ticket“ nur 16 Euro statt 21,50 Euro. Kinder bis 14 Jahre zahlen 8 Euro und das Familienticket für zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern liegt bei 40 Euro.

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Die Region lockert sich

Pandemie-Maßnahmen werden zurückgefahren

Nachdem das gesellschaftliche Leben auch im Bodenseekreis als Präventionsmaßnahme gegen die Covid19-Pandemie heruntergefahren worden war, kehrt das Leben nun langsam wieder zurück. Immer mehr Lockerungen erleichtert das Leben wieder.

Von Matthias Schopf

Bodenseekreis – Derzeit sind im Bodenseekreis drei Fälle von Personen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, bekannt. Damit ist man hier weit von jener kritischen Marke von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Bewohner entfernt, der Kreis kann

also analog zu den Regelungen des Landes Baden-Württemberg die Präventionsmaßnahmen gegen die Pandemie zurückfahren.

Die Geschäfte haben wieder geöffnet, auch die Museen führen wieder Besucher durch die Ausstellungsräume. Der Affenberg in Salem will das Freigelände am 25. Mai wieder für Besucher öffnen. Auch die historische Meersburg hat wieder geöffnet.

Auch der Sport zeigt erste Reanimationen: Die Volleyball-Youngstars trainieren wieder. „Unsere Bundes- und Landeskaderathleten am Stützpunk dürfen wieder in der ZF Arena trainieren“, freut sich Stützpunktleiter Ralf Hoppe. Vor jedem Training ist die absolute Symptomfreiheit der Teilnehmer zu kontrollieren und zu dokumentieren.

Am Montag haben sich die YoungStars erstmals wieder in der Halle getroffen. Allerdings nicht als Mannschaft, sondern nur in Kleingruppen. „Pro Trainingsstätte dürfen maximal fünf Personen gleichzeitig ein spitzensportliches Training durchführen“, heißt es in den Verhaltensregeln und Maßnahmen des Olympiastützpunktes (OSP) Stuttgart.

Seit Montag ist auch die Tourist-Info am Stadtbahnhof wieder offen.

Ab dem nächsten Montag ist das Häfler Rathaus wieder für Besucher geöffnet. Der Bürgerservice im Rathaus ist von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Zusätzlich ist der Bürgerservice montags und dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Abweichend von den bisherigen regulären Öffnungszeiten ist der Bürgerservice donnerstags nicht durchgehend geöffnet, sondern in der Zeit von 13 bis 14 Uhr geschlossen. Dies ist notwendig, um in der Pause die Wartebereiche zu desinfizieren. Samstags ist der Bürgerservice von 9 bis 13 Uhr offen. „Weiterhin müssen beim Besuch des Rathauses die Abstandsregelungen eingehalten und eine Alltagsmaske getragen werden“, heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung.

Seit Montag haben das Kreisarchiv, das Kurt-Hahn-Archiv und die Kreisbibliothek des Bodenseekreises wieder ihren Lesesaal für den Publikumsverkehr geöffnet. „Um die Hygiene- und Abstandsregelungen einzuhalten, ist dafür aber eine vorherige Terminvereinbarung nötig. Es können ausschließlich vorbestellte Akten und Medien eingesehen werden. Nutzerinnen und Nutzer werden daher gebeten, sich im Voraus unter Tel. 07541 204-6410 zu melden“, heißt es.

Seit Montag sind die eingeschränkten Besucherregelungen im Klinikum Friedrichshafen und in der Klinik Tettnang gelockert: Jeder stationäre Patient kann Besuch erhalten – allerdings immer nur von einer Person gleichzeitig. Beide – Patient und Besucher – müssen dabei einen Mund-Nasen-Schutz tragen und die allgemein gebotenen Abstandregelungen beachten. „Der MCB bittet alle Patienten und Besucher, eine eigene Maske mitzubringen und dafür zu sorgen, dass diese auch in einem hygienischen Zustand ist“, appelliert der Medizin Campus Bodensee in der Pressemitteilung.

Beim Betreten der Krankenhäuser und MVZs des Medizin Campus Bodensee wird vor dem Zutritt Fieber gemessen, Danach gilt es, die Hände zu desinfizieren und ein Formular mit den eigenen Daten und Angaben zu möglichen Kontakten zu Covid-19-Patienten oder Menschen mit –entsprechenden Symptomen ausfüllen. Wenn alles im „grünen Bereich“ ist, steht dem Betreten des Klinikums nichts im Wege. Gibt es Zweifel, müssen die Besucher in einem separaten Raum warten, bis ein Arzt bei ihnen ist und über den weiteren Fortgang entscheidet.

„Covid-19-positive Patienten sind von diesen genannten Regelungen ausgenommen und dürfen auch weiterhin nicht besucht werden. Der Schutz der Mitarbeiter und Patienten vor einer Infektion mit dem Corona-Erreger hat oberste Priorität“, schreibt die Pressesprecherin des MCB, Susann Ganzert.

Auf der Website des MCB finden sich sowohl die aktuellen Besucherregelungen als auch der Fragebogen zum Downloaden und daheim ausfüllen: www.medizin-campus-bodensee.de.

Eine weitere Lockerung dürfte nicht alle Menschen erfreuen: Um das Ansteckungsrisiko in Bussen und Bahnen zu minimieren hatte die Stadt Friedrichshafen auf Parkgebühren verzichtet. Diese Befreiung endet nun: Ab 15. Mai gelten wieder die Parktarife sowie Parkzeitbeschränkungen. Das Parkhaus Graf-Zeppelin-Haus ist wegen Sanierungen noch bis 22. Mai gesperrt. Zum Schutz vor Infektionen können die Parkgebühren einfach per App bezahlt werden. Nähere Informationen zum Handy-Parken gibt es auf www.easypark.de.

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Ausgabe 06.05.2020

Zurück zur Normalität

Krankenhäuser wollen zum Regelbetrieb zurückkehren

Zeitklinik bleibt voerst installiert

Die Krankenhäuser in Friedrichshafen und Tettnang hatten sich für die Corona-Pandemie für das Schlimmste vorbereitet. Die Katastrophenszenarien sind in den Hospitälern nicht eingetreten, nun will man langsam wieder zum Normalbetrieb zurückkehren – unter besonderen Hygienebedingungen.

Von Matthias Schopf

Bodenseekreis – „Der Medizin Campus Bodensee bereitet in

der Klinik Tettnang und im Klinikum Friedrichshafen alles auf die moderate Rückkehr in den Regelbetrieb ab Anfang Mai vor“, heißt es in einer Pressemitteilung des Medizin Campus. „Glücklicherweise blieb der dramatische Anstieg von Corona-Fallzahlen in der Bodenseeregion aus – die beiden MCB-Krankenhäuser wären bestens vorbereitet gewesen, hatten ihre Kapazität an Intensiv- und Beatmungsplätzen auf das Maximum erweitert und alle planbaren Eingriffe, es sei denn sie waren akut notwendig, verschoben. Jetzt können die Behandlungsplätze für Covid-19-Patienten wieder reduziert werden – das Klinikum Friedrichshafen wird knapp ein Drittel seiner Intensivbetten weiterhin für Patienten mit dieser Erkrankung vorhalten“, schreibt die Pressesprecherin Susann Ganzert.

Äußerlich sichtbar seien die Veränderungen bereits seit dem Montag dieser Woche: Der Haupteingang des Klinikums wurde neu strukturiert und jeder, der es betritt – egal ob er Patient, Besucher, Begleitperson oder Mitarbeiter ist – muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen. „Jeder, der das Klinikum betritt (Mitarbeitende ausgenommen) muss dann nach der Händedesinfektion einen Fragebogen ausfüllen. So kann vor dem Betreten des eigentlichen Krankenhauses eine erste Triagierung in nicht-infektiöse und infektiöse Patienten sichergestellt werden. Denn genau darum wird es in den kommenden Monaten gehen: die zwingende Trennung von Covid-19-positiven Patienten von allen anderen Patienten verliert am MCB keinesfalls an Priorität und setzt sich im Klinikum weiter fort“, erläutert Ganzert.

In Friedrichshafen wird in den kommenden Tagen eine Station mit sechs Zimmern technisch so ausgestattet, um ausschließlich Covid-19-Patienten zu behandeln. „Wir richten uns auf eine längere Behandlungsphase von mehreren Monaten ein“, erklärt Dr. Martin Eble, geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin. Auf dieser „Corona-Station“ werden Patienten isoliert behandelt, egal ob sie leichtere oder schwere Symptome haben oder beatmet werden müssen. Die Corona-Station ist laut MCB ab Mitte Mai startklar. „Durch die strikte Separation von Covid-19-Patienten ist das Klinikum Friedrichshafen in der Lage, auch die Zahl der Betten- und OP-Kapazitäten für planbare Eingriffe verantwortungsvoll zu steigern. Sollte sich das Aufkommen von Covid-19-Patienten rasch erhöhen, kann die Zahl der Intensivplätze und Beatmungsmöglichkeiten wieder hochgefahren werden“, so Ganzert. Aus diesem Grund bleibe auch die Zeltklinik beim Ärztehaus, die der Bodenseekreis für die Pandemiephase angemietet und dem Klinikum als Zentralversorgungskrankenhaus zur Verfügung gestellt hat, bis auf weiteres installiert.

Auch in der Klinik Tettnang, wo vor wenigen Tagen der Bauabschnitt II des OP-Neubaus beendet wurde, wird die moderate Rückkehr zum normalen Krankenhausbetrieb vorbereitet. „Ab Anfang Mai stehen hier nun insgesamt fünf OP-Säle zur Verfügung und können genutzt werden. Bis vor kurzem wurde auch die Nutzung dieser Räume für eine große Anzahl von Covid-19 Patienten angedacht. Dass es nicht soweit kam, empfinden die Verantwortlichen und Mitarbeitenden des MCB als großes Glück, heißt es in der Pressemitteilung.

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SPD fordert Aufnahme der Bodenseeschifffahrt

Brief an den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann

Still und starr – ruht nicht der See, sondern die Schifffahrt darauf. Die Bodenseeschiffsbetriebe konnten ebensowenig wie die kleineren Unternehmen in die neue Saison starten, Corona sei Dank. Die SPD fordert nun in einem Brief an Ministerpräsident Kretschmann, dass die Ausflugsschiffe wieder fahren dürfen.

Von Matthias Schopf

Bodenseekreis – „Angesichts des schönen Wetters und des Frühjahrs wollen viele Menschen die Natur genießen um auch Abwechslung in den tristen Alltag zu bekommen. Das gilt natürlich vor allem für Familien. Viele Menschen wünschen sich, kleine Ausflüge machen zu dürfen, auch auf dem Bodensee. Aber oftmals sind im Uferbereich Promenaden und Wege gesperrt“, heißt es in einem Brief, den der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Gerster sowie Norbert Zeller unterzeichnet haben. Frank Weber, Geschäftsführer der Bodenseeschiffsbetriebe, habe sich an die SPD gewandt, weshalb man nun den Brief an den Ministerpräsidenten schreibe. Die große Bitte: Die Unternehmen sollen den Betrieb wieder aufnehmen dürfen. „Die Bodensee-Schifffahrt garantieren, dass die Abstandsregelungen eingehalten werden. Sie erklären sich bereit, die maximale zulässige Passagierzahl um 50 Prozent zu senken. Ebenso gilt die Maskenpflicht an Bord, wie auch in den Häfen und Landestellen. Außerdem werden Desinfektionsmittel und Ersatzmasken bereitgestellt“, heißt es weiter. Neben diesem Argument sieht die SPD zwei weitere Gründe, die für eine baldige Wiederaufnahme des Schiffbetriebs auf dem Bodensee sprechen. „Wenn die Nutzung von Bahn und Bus unter Einhaltung der Maskenpflicht und eines Mindestabstands möglich ist, sollte dies auch für die Bodensee-Schifffahrt gelten“, schreiben die beiden SPD-Funktionäre in ihrem Brief an den Ministerpräsidenten. Als drittes Argument führen sie die Gleichberechtigung am See als Drei-Länder-Eck an. „Die Vorarlberg-Lines Bregenz kündigen auf ihrer Webseite an, dass die Schifffahrt in Österreich ab dem 15.05.2020 wieder fahren soll“, heißt es in dem SPD-Brief. „Wir hoffen, dass unsere Argumente Sie überzeugen und Sie baldmöglichst den Bodensee-Schiffsbetrieb auf deutscher Seite unter den genannten Einschränkungen zu lassen“, schließt das Schreiben der SPD. Die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) hatten am 5. April in die neue Saison starten wollen, als Auftakt war am 25. April eine Flottensternfahrt – wegen der Landesgartenschau vor Überlingen – geplant Wie die Landesgartenschau war auch die Flottensternfahrt abgesagt worden, die Kursschiffe liegen weiterhin in ihren Häfen. „Da sich die Situation um COVID-19 dynamisch entwickelt, steht ein neuer Termin für den Beginn der Saison 2020 noch nicht fest. Unsere Verkaufsschalter in Konstanz und Friedrichshafen sind aufgrund der Ansteckungsgefahr bis auf Weiteres geschlossen“, teilen die BSB auf ihrer Homepage mit. Da die Schweiz den Grenzübergang Romanshorn geschlossen hat, fährt derzeit auch die Fähre Romanshorn-Friedrichshafen nicht mehr. Bereits gekaufte Tickets werden rückerstattet – wegen der hohen Nachfrage nach Rückerstattungen kann dies allerdings bis zu 3 Wochen gehen.

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Ausgabe 22.04.202

Geschäfte haben geöffnet

Händler freuen sich auf Kunden – Maskenpflicht ab Montag

Seit diesem Montag können die Einzelhändler endlich wieder ihre Kunden begrüßen. Noch sind die Kunden etwas zögerlich, doch die Straßen sind wieder belebter. Ab 27.April gilt außerdem zum gegenseitigen Schutz

die Maskenpflicht beim einkaufen und im ÖPNV.   Region – Durch die Einkaufsstraßen in Tettnang und Friedrichshafen schlendern endlich wieder einige Kunden. Noch hält sich der Andrang größtenteils zwar in Grenzen, dennoch freuen sich die Händler wieder für ihre Kundschaft da sein zu können. Ab kommenden Montag, 27.April, gilt außerdem eine Maskenpflicht in baden-Württemberg – das wurde am gestrigen Dienstag von der Landesregierung beschlossen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte dabei, dass auch Schals und Tücher schon einen Schutz brächten. Sobald die Maskenpflicht gilt, dürften die anderen Regeln aber nicht vergessen werden. Weiterhin sei es wichtig, den Abstand zu anderen einzuhalten. Dass es zur Maskenpflicht gekommen sei, liege daran, dass sich bisher zu wenige Menschen an die dringende Empfehlung gehalten haben. „Ich war schon lange dafür, das zu machen“, sagte Kretschmann zur Maskenpflicht nach der Kabinettssitzung. lar  

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„Eine gerechte Lösung wird es kaum geben“

Fußballvereine der Region stehen vor vielen Fragezeichen und Herausforderungen und zahlreiche rechtliche Fragen

Seit dem 12. März ruht der Spielbetrieb im württembergischen Amateurfußball wegen des Coronavirus. Der Stopp wirft bei den Vereinen viele Fragen auf und stellt sie vor Herausforderungen. Wann wieder gespielt werden kann, ist laut dem württembergischen Fußballverband (wfv) noch nicht klar. Wir haben mit Trainern und Abteilungsleitern über mögliche Lösungen und Probleme gesprochen.  

Region – „Es wird keine gerechte Regelung geben, egal wie die ausschauen wird“, sagt Dalibor Buspanovic vom VfB Friedrichshafen. So sieht es auch Josef Gindele vom SV Tannau: „Es wird immer Vereine geben, die sich benachteiligt fühlen.“ Der wfv rechnet erst ab Anfang Mai mit mehr Klarheit, was den künftigen Spielbetrieb betrifft: „Es gibt kein Szenario, das alle Beteiligten zufrieden stellen wird. Wenn zu den vorab vereinbarten Wettbewerbsbedingungen die Saison 2019/20 nicht zu Ende gespielt werden kann, resultieren daraus zahlreiche rechtliche Fragen. Diese lassen wir derzeit extern prüfen und rechnen mit Ergebnissen im Laufe der Woche. Erst dann wollen wir auf einer gesicherten Grundlage in die inhaltliche Diskussion gehen“, heißt es auf der Homepage des Verbands. Drei Möglichkeiten stehen aktuell zur Diskussion: 1) Eine Annullierung der Saison. Das würde bedeuten, das Vereine auf einen Aufstieg verzichten müssten bzw. die Letzplatzierten nicht absteigen müssten. „Eine Annullierung wäre nicht gerecht, sondern eine sportliche Lösung falls möglich“, meint Klaus Segelbacher vom VfB Friedrichshafen. „Der Bayrische Fussballverband z.B. hat aktuell alle Vereine in ihrem Bundesland befragt und dort haben 73Prozent für eine Fortsetzung der Saison gestimmt. Ein klares Zeichen, dass dort die Amateure auch bis in den Herbst rein spielen wollen, der sportliche Wettkampf soll entscheiden.“ 2) Ein Abbruch der Saison. Dann müssten die Vereine vom aktuellen Stand der Tabelle auf- oder absteigen. Für die Absteiger gäbe es somit keine Chance sich noch wichtige Punkte für den Klassenerhalt zu erspielen. Bei dieser Lösung würde sich unter anderem auch der SV Tannau ungerecht behandelt fühlen: „Wir sind eine der Mannschaften, die aktuell auf einem Abstiegsrang stehen. Das aber nur aufgrund des letzten Bezirksligaspieltags. Wäre die Saison der Bezirksliga eine Woche früher abgebrochen worden, wären wir vor einem Abstieg sicher. Darum würden wir den auch nicht ohne Gegenwehr hinnehmen“, betont Josef Gindele so wie auch Wolfgang Klemm, Vorstandsvorsitzender der SG Argental: „Als momentan Tabellenletzter der Bezirksliga Bodensee haben wir noch rechnerisch die Möglichkeit die Spielklasse zu halten; also müssen wir nichts widerstandslos akzeptieren.“ 3) Die ausstehenden Spiele werden nach hinten verschoben. Diese Option stellt viele Amateurvereine allerdings vor neue Herausforderungen. So erklärt Wolfgang Klemm vom SG Argental: „Die noch ausstehenden Verbandsspiele können, wenn überhaupt, nur ohne Zuschauer ausgetragen werden.“ Für die Vereine hieße das, einen organisatorischen Aufwand, aber keine Einnahmen. Außerdem fürchtet Klemm wie viele andere auch, den zeitlichen Aspekt. Dies meint auch Simon Hirscher vom VfL Brochenzell: „Die Bezirksliga mit 18 Mannschaften ist für Vereine, welche auf das Ehrenamt aufgebaut sind, bereits heute eine riesige Herausforderung.“ Auch Rico Böning vom TSV Eschach steht dieser Variante skeptisch gegenüber: „Wir müssten viele englische Wochen planen. Das wäre für uns sehr schlecht, da wir einige Studenten und Pendler haben, die unter der Woche nicht zur Verfügung stehen. Da wären wir sehr stark benachteiligt.“ Beim VfB Friedrichshafen sieht Dalibor Buspanovic in diesem Falle keine großen Schwierigkeiten auf den Verein zukommen. Allerdings stellt sich ihm die Frage, wann die Saison weitergespielt werden kann: „Ich denke, wenn die Saison bis Mitte Juni fortgesetzt wird, dann kann bis Mitte August noch gespielt werden. Trainer, Spieler auch die Verantwortlichen werden dieses Jahr sicher nicht wie gewohnt in den Urlaub gehen.Wir müssen uns alle auf die Situation anpassen und alle gemeinsam in der Gesellschaft auch lernen, das wir auf unsere gewohnten Abläufe im Interesse der Gemeinschaft verzichten müssen.“ Sollte sich die Spielzeit ändern, könnte er sich sogar einen positiven Nebeneffekt vorstellen: „Sollte die Saison Ende August weiter gehen, dann kann ich mir auch vorstellen, dass in Zukunft beim Fußball die Saison von März bis November gehen kann. Das würde für viele Vereine auch was Sponsorengelder und Einnahmen anbetrifft mit Sicherheit von Vorteil sein und man hätte nur eine Vorbereitung im Jahr.“ Der TSV Eschach hat noch eine weitere Lösung vorgeschlagen: „Eine gerechte Regelung aus unserer Sicht ist die Tabelle der Hinrunde als Wertung stellvertretend für die gesamte Saison heranzuziehen. Da sind alle Vereine gleichberechtigt.“ Denn auf einen Aufstieg würden auch sie nicht einfach verzichten wollen: „Immerhin steckt ein halbes Jahr hartes Training und harte Arbeit aller Spieler und Verantwortlichen darin“, so Rico Böning. Auch dem VfB Friedrichshafen würde der Verzicht auf den Aufstieg sehr schmerzen: „Wir würden uns ganz klar den Vorgaben und den Entschlüssen des Verbandes beugen, es würde aber als aktueller Erster in der Landesliga sehr weh tun“, sagt Klaus Segelbacher. Es ist nicht nur die Erste Mannschaft des VfB aussichtsreich im Rennen, sondern die U-23 ist Zweiter auf dem Relegationsplatz, die A-Jugend würde sich aktuell für die eingleisige Verbandsliga qualifizieren und die B-Jugend ist Erster und könnte Aufstiegsspiele absolvieren.“

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Aktuelle Ausgabe 15.04.2020

„Die Kommunikation ist eine mittlere Katastrophe“

Bundesregierung berät am Mittwoch über weiteres Vorgehen

Können Einzelhändler demnächst wieder Kunden in ihren Geschäften begrüßen? Am heutigen Mittwoch berät die Regierung über das weitere Vorgehen. Klar ist, die aktuelle Situation ist für die Einzelhändler auch in Tettnang sehr belastend.

RavensBuch


Martin Riethmüller, Geschäftsführer von RavensBuch ist selbst noch unsicher, wie die beste Lösung aussehen könnte. „Wenn wir wieder öffnen können, steigen natürlich auch wieder unsere Kosten“, gibt er zu bedenken. Das macht ihm deshalb Sorgen, weil Buchläden möglicherweise schon vor anderen Geschäften öffnen durften: „Dann wären die Innenstädte weiterhin leer. Ich glaube, es wäre besser, wenn die Geschäfte gleichzeitig wieder geöffnet werden würden.“

Glücklicherweise hat sich der Buchladen schon vor der Coronakrise auch online gut aufgestellt gehabt. Inzwischen sind die Online-Bestellungen auf das Vier- bis Fünffache gestiegen, aber: „Das ist nur ein Bruchteil von dem, was wir bräuchten.“

Außerdem habe es zu Beginn der Schließungen noch teilweise Unverständnis unter den Kunden gegeben, da die Abholungen der Bücher nicht mehr wie üblich möglich gewesen waren. „Darum arbeiten wir gerade daran, die Abholung auch an weiteren Standorten anzubieten. Sollten die Geschäfte nächste Woche wieder öffnen dürfen, wären diese Bemühungen aber hinfällig.“

Die bisherige Kommunikation zwischen der Landesregierung und den Einzelhändlern beschreibt er als „mittlere Katastrophe“. „Über die Schließung wurden wir um 23 Uhr des Vortags informiert. Deswegen hatten ein paar Händler auch noch geöffnet. Wir schweben in einem Luftraum, denn wir wissen nichts Konkretes. Allerdings rechne ich bei einer Wiedereröffnung mit etwas mehr Vorlaufzeit“, sagt Martin Riethmüller.

Von der Regierung wünscht er sich eine klare Kommunikation und klare Aussagen. „Ich würde mir wünschen, dass die Politiker außerdem nun den Wert – auch für den sozialen Zusammenhalt unserer Innenstädte erkennen.“ Auch was die Darlehen durch den Staat betrifft, sieht er Verbesserungsbedarf: „Wer im Handel arbeitet, weiß, dass wir nicht so große Margen haben, um uns so verschulden zu können.“ Sein letzter Appell an die Politik: „Kostenloser Versand sollte aus gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Gründen verboten werden. Dann könnten auch die kleinen Einzelhändler online besser agieren.“

Beates Taschengalerie

Auch Beate Meier mit ihrem Geschäft in der Montfortstraße hängt durch die aktuelle „Corona-Situation“. Schon vor der Schließung gab es Lieferprobleme, da sie viele Waren aus Italien erhält. „Wir versuchen natürlich trotzdem für unsere Kunden da zu sein und sie zu beliefern“, sagt Inhaberin Beate Meier. Den Informationsfluss zwischen der Regierung und den Einzelhändlern beschreibt sie als quasi nicht vorhanden: „Wir werden genauso wie alle anderen über die Medien informiert und informieren uns selbst“, sagt sie.

Viele Händler konzentrieren sich momentan verstärkt auf den Online-Handel – eine Option, die Beate Meier nicht hat: „Da ich mit meinen Firmen Verträge für den stationären Handel abgeschlossen habe, darf ich nicht Online verkaufen“, erklärt sie. Nur mit drei Firmen konnte sie die Verträge unkompliziert ändern, sodass sie deren Ware auch Online über ihre Homepage anbieten kann. „Davon kann man sich aber nicht über Wasser halten.“

Beate Meier wünscht sich, dass die Politik bald die Eröffnung der Geschäfte wieder erlaubt: „Damit die Wirtschaft wieder in Schwung kommt.“ lar

Online-Handel deckt nur einen Bruchteil ab

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Corona: Trotz Sanierung keine Badegäste im „Bädle“?

Freibad Obereisenbach wird für Saison 2020 saniert

Die Freibäder stehen allesamt vor einer unsicheren Saison. Wird es zu einer Eröffnung kommen? Wenn ja, wann? Das Freibad Obereisenbach wird aktuell saniert und sollte eigentlich in neuem Glanz in diese Saison starten.


Tettnang/Obereisenbach – Nach einigem Hin und Her hat sich der Gemeinderat der Stadt Tettnang für die Sanierung des Freibads Obereisenbach entschieden. Wegen des Coronavirs ist die geplante Eröffnung allerdings fraglich. Den Sanierungsarbeiten des Freibads Obereisenbach hat das Coronavirus zumindest keinen Abbruch getan – diese sollen nach derzeitigem Stand wie geplant im Juni abgeschlossen werden.

Trotz den hohen Kosten für die Sanierung, drohen der Stadt Tettnang keine allzu hohen Verluste, wie Die Sprecherin der Stadt, Judith Maier erklärt: „Der Betrieb eines Freibades ist in der Regel ein reiner Zuschussbetrieb. Das bedeutet, wenn das Freibad in dieser Saison nicht in Betrieb gehen könnte, würde die Stadt auch weniger Zuschüsse bezahlen müssen, da ja auch weniger Ausgaben entstehen.“

Unterm Strich würde also kein wesentlicher, wirtschaftlicher Schaden für die Stadt entstehen. Da zwar auf der einen Seite die Einnahmen wegfallen auf der anderen Seite aber wesentlich weniger Ausgaben entstehen und die Einnahmen die Ausgaben bei einem regulären Betrieb nicht decken. „Von dem her ist hier kein großer Unterschied, wenn es rein um die Frage der Sanierungskosten geht, ob das Freibad geöffnet wird oder nicht“, sagt Judith Maier. lar

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01.04.2020

Das Wichtigste zur aktuellen Corona-Situation im Bodenseekreis:

Bisher 2 Tote im Kreis (Stand Dienstag, 31. März) +++ 13 Personen in stationärer Behandlung +++ 376 Menschen leben in Quarantäne +++ Notbetreuung in Kitas und Schulen (bis 6. Klasse) in Friedrichshafen auch in den Osterferien gesichert +++ Match-Race Germany auf 9. bis 13. September verschoben +++ Stadt FN erinnert an Allgemeinverfügung: Wege im Uferpark dürfen benutzt werden, Aufenthalt im Park verboten +++ Stadtwerk am See: „Die Strom-, Gas-, Wasser- und Mobilitätsversorgung in der Region ist sicher“, wird sicher gestellt mit hohem Personalaufwand +++ Wertstoffhöfe und Recyclingzentren kommen an Kapazitätsgrenzen: Auf private Müllentsorgung wenn möglich derzeit verzichten +++ Feuerwehr: Einsatzfähigkeit der Rettungskräfte ist weiterhin sichergestellt +++

Schmutzmaske aus dem 3D-Drucker

Elektronikschule Tettnang produziert 50 Halter pro Tag

Die Elektronikschule Tettnang stellt mit 3D-Druckern Spuckschutzhalter her, die aktuell in vielen Krankenhäusern gefragt sind. Die Spangen aus Kunststoff werden im Bereich der Stirn an den Kopf geklemmt und haben nach unten hin eine kopfgroße Klarsichtscheibe.

Tettnang – Die Spuckschutzhalter aus dem 3D-Drucken sollen medizinisches Personal davor schützen, im Gesicht mit infektiösen Körperflüssigkeiten von Patienten in Kontakt zu kommen. Etwa 50 dieser Spangen können aktuell pro Tag gedruckt werden. 100 Halter wurden bereits an das Klinikum Friedrichshafen geliefert.

Die Kreisärzteschaft habe ebenfalls 500 dieser Halter angefordert, die nun Stück für Stück gedruckt würden, meldet die Elektronikschule. Die Elektronikschule ist in Kontakt mit weiteren Abnehmern und auch regionalen Firmen, um hier weitere Unterstützer zu gewinnen. Die Aktion ist eine Eigeninitiative von Lehrerinnen und Lehrern der Schule, die auch die Produktion der Kunststoffteile bewerkstelligen.

Unter anderem unterstütz auch die HP Deutschland GmbH die Technologie zum Drucken der Spuckschutzhalter. Sie stellt für Firmen mit Druckkapazitäten Vorlagen für Teile zum Herunterladen zur Verfügung, um diese zu drucken.

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18.03.2020

Erreichbarkeit und Dienstbetrieb

Corona lähmt auch die Behörden der Region

Um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen und seine Kunden sowie das Personal bestmöglich zu schützen, ändert das Landratsamt Bodenseekreis ab sofort seinen Dienstbetrieb. Auch andere Behörden passen sich den aktuellen Entwicklungen an.

Friedrichshafen – Das Landratsamt wird weiterhin für die Menschen erreichbar sein, die auf die Behörde angewiesen sind. Bewilligte und laufende Leistungen werden weiterhin gewährt. Einschränkungen gibt es aber insbesondere im persönlichen Kundenverkehr, der auf das absolut notwendige Maß beschränkt werden muss. Außerdem konzentriert das Landratsamt seine Ressourcen nun auf Leistungen und Angebote, die für das tägliche Leben unabdingbar sind. Dazu Landrat Lothar Wölfle: „Ich bitte die Bürgerinnen und Bürger des Bodenseekreises um Verständnis und Mithilfe, damit die behördlichen Leistungen in dieser besonderen Situation weiterhin denjenigen Mitmenschen zugutekommen können, die sie wirklich dringend brauchen.“

Für das gesamte Landratsamt Bodenseekreis bedeutet das:

• Bitte nur im Notfall persönlich ins Landratsamt kommen.

• Terminvereinbarung erforderlich.

• Bereits vereinbarte Termine bitte noch mal bestätigen lassen. Sonst gelten sie als abgesagt.

• Die Ansprechpersonen der jeweiligen Ämter und Fachbereiche sind unter www.bodenseekreis.de zu finden.

• Am Landratsamt wird es Einlasskontrollen geben. Besucher drucken bitte ihre Terminbestätigung aus und haben den Namen ihres Ansprechpartners in der Behörde parat.

Jobcenter Bodenseekreis

• Alle bisher vereinbarten persönlichen Gesprächstermine entfallen ohne Rechtsfolgen und werden nicht extra abgesagt. Es entstehen für die Kunden keine Nachteile, wenn sie nicht persönlich vorsprechen.

• E-Mail-Adresse für dringende Fragen und Anliegen: jobcenter@bodenseekreis.de

• Persönliche Termine werden nur noch in dringenden Fällen vereinbart: Tel. 07541 204-5110 oder -3008.

Abfallentsorgung

• Es werden vorerst keine neuen Termine für Sperrmüllabholungen vereinbart. Bereits bestätigte Abholungen werden aber durchgeführt.

• Problemstoffsammlungen finden nicht statt.

• Die Wertstoffhöfe und Entsorgungszentren sind derzeit aber noch geöffnet.

• Tagesaktuelle Informationen auf www.abfallwirtschaftsamt.de

Schifffahrt und Verkehr

• Die Zulassungsstellen in Überlingen und Tettnang bleiben geschlossen. Der Betrieb wird in der zentralen Zulassungsstelle in Friedrichshafen gebündelt.

• Dringend notwendige Dienstleistungen der Zulassungsbehörde, Führerscheinstelle und des Schifffahrtsamts werden weiterhin angeboten. Dafür ist allerdings vorab eine Terminvereinbarung notwendig: Tel. 07541 204-0 oder 115 (ohne Vorwahl) oder https://netappoint.de/ot/lra-bodenseekreis/?company=lra-bodenseekreis&cur_causes=0|1|2

• Es finden keine Theorie- und Praxisprüfungen für das Bodenseeschifferpatent sowie auch keine Bootsabnahmen statt.

Familientreffs

• Alle Familientreffs im Bodenseekreis bleiben geschlossen. Angekündigte Angebote, Vorträge und Veranstaltungen finden nicht statt.

Sozialamt und Pflegestützpunkt

• Es werden keine Hausbesuche durch die Schuldnerberatung, die Pflegeberatung und die Eingliederungs-/Behindertenhilfe mehr durchgeführt.

• Der Pflegestützpunkt berät nur noch telefonisch. Die Außenstelle Überlingen ist geschlossen.

Landwirtschaftsamt

• Beratungstermine zum Gemeinsamen Antrag ab Montag, 23. März 2020 werden abgesagt. Landwirte mit konkretem Beratungsbedarf melden sich bitte erneut beim Landwirtschaftsamt. Die Beratung wird dann telefonisch geleistet. Beratungstermine am 18. und 19. März finden wie vereinbart statt.

Gewerbeaufsicht (Umweltschutzamt)

• Für Beratungen und Ausnahmen nach dem Arbeitszeitgesetz, z. B. bei notwendiger Sonntagsarbeit, Verlängerung der werktäglichen Arbeitszeit oder Verkürzung der Ruhezeiten, steht das Umweltschutzamt auch kurzfristig zur Verfügung: E-Mail umweltschutzamt@bodeseekreis.de oder Tel. 07541 204-5528.

Bildung und Kultur

• Die Bibliothek am Bildungszentrum Markdorf bleibt geschlossen.

• Der Benutzerservice des Kreisarchivs, der Kreisbibliothek und des Kurt-Hahn-Archivs sowie die kommunale Archivpflege werden ausgesetzt.

Diese Maßnahmen gelten bis auf Weiteres. Es ist möglich, dass es kurzfristig zu weiteren Einschränkungen kommt. Das Landratsamt informiert auf seiner Website über aktuelle Änderungen.

Bürgersprechstunde

Die wichtigsten Dienstleistungen und Serviceangebote der Stadtverwaltung Friedrichshafen, des Bürgeramtes Fischbach und der Ortsverwaltungen werden seit Dienstag, 17. März, nur noch an einem Standort angeboten: im Rathaus am Adenauerplatz. Dafür ist vorab eine telefonische Anmeldung notwendig. Spontane Besuche sind nicht mehr möglich.

Grundsätzlich bittet die Stadtverwaltung darum, Termine auf besonders wichtige und eilige Angelegenheiten zu reduzieren und die Ämter telefonisch zu den üblichen Arbeitszeiten oder per E-Mail zu kontaktieren.

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Eine Welle der Hilfsbereitschaft im Kreis

Auf Facebook organisieren sich Menschen, die anderen während der Krise helfen wollen

Südfinder-Redakteur Matthias Schopf hat am Wochenende aus privatem Engagement heraus eine Facebook-Hilfsgruppe für Markdorf gegründet. Inzwischen gibt es weitere im Bodenseekreis. Hier schildert Matthias Schopf seine persönlichen Erfahrungen.

 Alle Menschen sind derzeit auf die ein odere andere Art von der Krise betroffen. Eigentlich hatte ich am Wochenende vor, wenn ich mit Landratsamt und Stadt telefoniere mal zu fragen, ob es gerade ehrenamtliche Initiativen gibt, bei denen man sich beteiligen könnte. Man würde ja gerne konstruktiv etwas tun. Aber da stoße ich am Samstag auf einen Post in einer Markdorfer Gruppe: Eine Userin schlägt vor, ob man nicht auf Facebook Hilfe organisieren könnte für Menschen, die nun nicht zum Einkaufen kommen oder sonst Hilfe brauchen.

Die Userin heißt Dilek Ellerbrock. Wir telefonieren und beschließen spontan, dass wir so eine Gruppe aufmachen möchten. Hilfe organisieren, vermitteln – eine Gemeinschaft aufbauen für Menschen, die jetzt die Wohnung nicht verlassen können oder sonst Hilfe brauchen. „Wenn wir 20 oder 30 Leute finden, die etwas tun wollen, wäre ja gut. Wenn auch nur ein Hund ausgeführt wird oder auch nur eine ältere Dame ihren Einkauf bekommt, hätten wir ja was erreicht“ sage ich zu Ellerbrock. Wie naiv. Am Dienstagabend sind genau 900 Menschen in der Gruppe, die Hilfsangebote häufen sich.

Es ist beeindruckend, wie die Menschen jetzt in der Krise virtuell zusammenrücken und sich gegenseitig helfen möchten. Hilfsanfragen gibt es wenige – was aber uns Helfer nicht demotiviert, sondern eigentlich freut: Es zeigt, dass die Menschen hier bei uns auch so gut vernetzt sind, die Hilfsangebote funktionieren. Wir leben hier in der Region eben nicht in anonymen Großstädten, Nachbarn, Freunde und Vereine helfen sich jetzt gegenseitig. Einfach ein schönes Zeichen.

Es ist enorm, wie hilfsbereit die Menschen sind. Die Gruppe erstellt einen Aushang mit Informationen über die Gruppe und die Kontakttelefonnummer für Menschen ohne Facebook. Der Kopierladen Markdorf druckt Plakate und Handzettel kostenfrei, Markdorf Marketing ist sofort bereit diese Werbung in den Geschäften zu verteilen. Das Mehrgenerationenhaus und die Kirchen bieten Hilfe, man tauscht sich aus.

Die Gruppe hat nach Vorbildern aus dem Netz einen Handzettel gestaltet, den man bei Nachbarn einwerfen kann: So wird direkte Hilfe vor Ort geleistet. Dankbar bin ich Robin Halle, Chefredakteur des Südfinder: Sofort ist er einverstanden, diese Aktion zu adaptieren: Rechts finden Sie den Zettel zum Ausschneiden. Er kann kopiert und bei den Nachbarn eingeworfen werden – falls jemand Hilfe benötigt.

Inzwischen haben die Schwäbische Zeitung, der Südkurier und die SeeWoche über die Gruppe berichtet. Im Radio war von uns die Rede. Überregionale Medien fragen an. Im Bodenseekreis haben sich in Meersburg, Überlingen und Friedrichshafen ähnliche Gruppen gebildet. Wenn wir Dank der Medienberichte auch Beispiel für andere Orte sind, wäre das schön.

Bisher mag die Anzahl der Hilfsanfragen noch gering sein – aber wir haben jetzt schon viele Menschen, die helfen wollen. Wir sind vorbereitet. Denn man weiß ja nicht, welche Einschränkungen und Maßnahmen uns noch bevorstehen. Sollte Hilfe benötigt werden, gibt es neben den Ämtern, Behörden und Hilfsdiensten nun auch ehrenamtliche Ansprechpartner vor Ort.

Die Gruppe in Markdorf hat sich bewusst dafür entschieden, sich nicht „Coronahilfe“ zu nennen sondern hat den Namen „Nachbarschaftshilfe Markdorf – Coronahilfe“ genannt. Denn die Hoffnung von mir und meinen Mitstreitern im Internet ist, dass die Grippe-Krise bald vorbei ist und hier etwas entstanden ist, was Bestand hat. Dann wird die „Coronahilfe“ aus dem Namen gestrichen und eine funktionierende Nachbarschaftshilfe bleibt bestehen.

Die Markdorfer Gruppe hat ein Infotelefon eingerichtet. Wer Hilfe benötigt spricht auf dem AB, der regelmäßig abgehört wird: 07544/9498203.

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Besuchszeit beendet

Zum Schutz der Mitarbeiter und Bewohner keine Besucher mehr bei der Stiftung Liebenau

Das neuartige Coronavirus nimmt auch Einfluss auf den Arbeitsalltag in der Pflege der Stiftung Liebenau.
Der Südfinder hat mit Pressesprecherin Helga Raible über die Auswirkungen gesprochen.
Welche Maßnahmen hat die Stiftung Liebenau ergriffen, um das Ansteckungsrisiko innerhalb der Wohngruppen zu minimieren?

Wir haben alle stationären Einrichtungen für Besucher von außen geschlossen. Innen gelten strenge Hygieneregeln.

Pflegeeinrichtungen sind öfters von aggressiven Viren betroffen (z.B der Norovirus). Helfen diese Erfahrungen nun auch im Umgang mit dem Coronavirus?

Im Umgang mit ansteckenden Erkrankungen sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut ausgebildet. In vielen Bereichen bestehen bereits Erfahrungen, z. B. mit dem Norovirus oder der Grippe.

Gibt es „Auflagen“ für die Mitarbeiter, um sich zu schützen?

Zusätzlich zu den Hygieneregeln in Betreuungsbereichen gelten für alle Mitarbeitende selbstverständlich die allgemeinen Hygieneregeln, zusätzliche Desinfektionsständer wurden bereitgestellt, Hinweise ausgehängt bzw. –gelegt.

Werden die Werkstätten und Tagesbetreuungen in gewohnter Weise fortgeführt?

Das lässt sich im Moment nicht verallgemeinern. Die Verantwortlichen beobachten die Entwicklungen sehr genau und reagieren kurzfristig.

Was müssen Besucher jetzt wissen?

Unsere Website www.stiftung-liebenau.de informiert aktuell über die getroffenen Maßnahmen.

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Schulsperrungen sind keine Schulferien

Wie Schulen mit den Sperrungen umgehen

Seit dieser Woche sind die Schulen und Kindergärten in der Region geschlossen.
Für die Schulen bedeutet das einen großen organisatorischen Aufwand – vor allem an den Schulen, an denen Prüfungen hätten stattfinden sollen.

Region – Am Tettnanger Montfort Gymnasium war man laut Andrea Riemer auf eine Schließung vorbereitet. Darum waren rechtzeitig Clouds für alle Klassen vorbereitet, mit denen die Schüler weiterhin lernen können. „Wir haben für alle Klassen eigene Clouds mit Zugangsdaten eingerichtet, welche regelmäßig aktualisiert und „bestückt“ werden“, erklärt sie.

Wie es mit den Abiprüfungen weitergehen wird, könne noch nicht gesagt warten -“ Wir warten noch auf Anweisungen des Kultusministeriums.

Trotz der Schulschließung ist die Kinderbetreuung durch die Schule weiterhin gewährleistet. Kinder werden täglich ab 7.30Uhr betreut.


Anders sieht es da beim katholischen Kindergarten St. Maria in Ettenkirch aus. „Die Betreuung der Kinder liegt jetzt in der Hand der Eltern. Sie muss privat organisiert werden. Wenn die institutionelle Betreuung durch Kindergärten und Schulen durch polizeibehördliche oder staatliche Behörden untersagt wird, können wir als Träger leider auch keine Stützungssysteme anbieten, die diese Anordnugnen unterlaufen würden“ sagt Ulrike Weiß, Leiterin des

Katholischen Verwaltungszentrums.

Schon Anfang März hat sich der Kindergarten in einer Krisensitzung auf eine mögliche Schließung vorbereitet. „Wir haben die Leiterinnen in den „Krisenmodus“ versetzt und Schließungsszenarien besprochen. „Wir haben dafür gesorgt, dass Kommunikationswege geklärt und Daten aktualisiert werden“, erklärt sie. „Unsere Leiterin, Frau Kugelmann, hat hervorragend reagiert. Den ersten Stresstest haben wir bestanden“, betont sie.

Das liegt auch daran, dass sich der Kindergarten auf eine Schließung vorbereitet hatte,die über Nacht geschehen muss – wie es dann ja auch der Fall war. „Wir haben Rufbereitschaften in jedem Kindergarten eingerichtet, die auch über die Wochenenden erreichbar sind. Die Infozettel an die Eltern und selbst das Infoschild an der Tür wurden von uns vorbereitet, so dass nur noch die aktuellen Daten eingetragen werden mussten.“

Auf der Homepage des Kindergartens gibt es unter dem Button „Corona-Virus“ alle Infos zur Schließung.

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