Tuttlingen

25.03.2020

Aktion für Gasthöfe

Aufruf der Donaubergland GmbH

Die Gastronomie steckt aktuell in einer großen Krise. Die Donaubergland Tourismus GmbH ruft zu einer Solidaritätsaktion für die heimischen Betriebe auf.




KREIS TUTTLINGEN – Unter dem Motto „#EhrenGastHaus“ können Interessenten direkt bei den Betrieben Gutscheine bestellen und diese aktuell per Überweisung bezahlen und dann später einkehren und die Gutscheine einlösen. „Wir wollen ein Zeichen der Solidarität setzen,“ so Landrat Stefan Bär als Aufsichtsratsvorsitzender der Donaubergland GmbH. Die Gastronomen wollen die Unterstützerinnen und Unterstützer nach der Krise dann als besondere „Ehrengäste“ willkommen heißen und sie dann besonders verwöhnen. „Wir wünschen uns, dass möglichst Viele ihre Lieblingsgasthäuser dadurch gerade jetzt unterstützen, indem sie Gutscheine für sich bestellen“, hofft Donaubergland-Geschäftsführer Walter Knittel auf möglichst große Unterstützung. „Davon können alle profitieren, die Gastronomen von dem Geld, das sie jetzt einnehmen, die Gäste von einer besonders genussvollen Einkehr nach der Krise und der Tourismus davon, dass es die Gaststätten dann überhaupt noch gibt.“ Die Aktion startet jetzt am Wochenende und soll mindestens bis in den Sommer gehen. Alle Infos zur Aktion unter www.ehrengasthaus.de

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18.03.2020

„Sie haben das Corona-Virus gebracht!“

Veranstalter der Acig-Begegnungen bekommt Hass-Mails, weil er nicht absagt

Ich habe das Corona-Virus nicht nach Tuttlingen gebracht. von Bernd Müller Es war die letzte Veranstaltung, die in der Stadthalle noch stattfinden durfte, bevor diese wegen der Corona-Krise schließen musste. Unter den Tuttlingern scheint das für Unmut gesorgt zu haben.


TUTTLINGEN – Es müssen wohl mehrere Hass-Mails gewesen sein, die der Veranstalter Bernd Müller bekommen hat. Im Gedächtnis blieb ihm aber vor allem ein Vorwurf: „Sie bringen das Corona-Virus nach Tuttlingen!“ Diese Anschuldigung findet Bernd Müller nicht gerecht. „Ich habe das Virus nicht nach Tuttlingen gebracht“, sagt er, „wir betreiben bessere Hygienemaßnahmen als die meisten“. Diese Schutzmaßnahmen sind nicht zu übersehen. Schon am Eingang grüßt eine Desinfektionsstation: „Take a shot“, fordert ein kleines Schild daneben den Besucher auf. Übersetzt heißt das in etwa „Nimm einen Spritzer“. Außerdem wurde zusätzliches Reinigungspersonal eingestellt, Desinfektionsstationen und Hinweisschilder ausgehängt, die auf das korrekte Verhalten im sozialen Umgang verweisen. Aussteller und Besucher kämen zudem allesamt aus der Region, fügt Müller an. Gerade deshalb halte er seine Veranstaltung für wichtig: Sie ist gut für die lokale Wirtschaft. Die dürfe nämlich nicht zum Stillstand kommen. „Dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen.“ Die Überlegung einer Absage habe ihn schon beschäftigt, sagt Bernd Müller. Doch gemeinsam mit den Ausstellern habe er sich klar dagegen entschieden. „Viele der Aussteller haben sich für das Stattfinden der Veranstaltung ausgesprochen“, sagt er und verweist auf nur fünf Absagen bei 51 Anmeldungen. Auch sein Fazit gegen Ende der Messe fällt positiv aus: „Es waren schon deutlich weniger Leute da als vor zwei Jahren. Aber diejenigen, die gekommen sind, waren allesamt Entscheider“, sagt er. So konnten wichtige Kontakte geknüpft werden – nicht zuletzt auch zwischen den anwesenden Ausstellern. „Die Erwartungen der Aussteller waren gering. Deshalbwaren alle sehr zufrieden“, sagt Bernd Müller. Er schätzt die familiäre Atmosphäre seiner Messe. Besonderen Dank gelte dem stets hilfsbereiten und sehr kompetenten Personal der Stadthalle, sagt er.

Ich habe das Corona-Virus nicht nach Tuttlingen gebracht. von Bernd Müller Es war die letzte Veranstaltung, die in der Stadthalle noch

stattfinden durfte, bevor diese wegen der Corona-Krise schließen musste. Unter den Tuttlingern scheint das für Unmut gesorgt zu haben. TUTTLINGEN – Es müssen wohl mehrere Hass-Mails gewesen sein, die der Veranstalter Bernd Müller bekommen hat. Im Gedächtnis blieb ihm aber vor allem ein Vorwurf: „Sie bringen das Corona-Virus nach Tuttlingen!“ Diese Anschuldigung findet Bernd Müller nicht gerecht. „Ich habe das Virus nicht nach Tuttlingen gebracht“, sagt er, „wir betreiben bessere Hygienemaßnahmen als die meisten“. Diese Schutzmaßnahmen sind nicht zu übersehen. Schon am Eingang grüßt eine Desinfektionsstation: „Take a shot“, fordert ein kleines Schild daneben den Besucher auf. Übersetzt heißt das in etwa „Nimm einen Spritzer“. Außerdem wurde zusätzliches Reinigungspersonal eingestellt, Desinfektionsstationen und Hinweisschilder ausgehängt, die auf das korrekte Verhalten im sozialen Umgang verweisen. Aussteller und Besucher kämen zudem allesamt aus der Region, fügt Müller an. Gerade deshalb halte er seine Veranstaltung für wichtig: Sie ist gut für die lokale Wirtschaft. Die dürfe nämlich nicht zum Stillstand kommen. „Dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen.“ Die Überlegung einer Absage habe ihn schon beschäftigt, sagt Bernd Müller. Doch gemeinsam mit den Ausstellern habe er sich klar dagegen entschieden. „Viele der Aussteller haben sich für das Stattfinden der Veranstaltung ausgesprochen“, sagt er und verweist auf nur fünf Absagen bei 51 Anmeldungen. Auch sein Fazit gegen Ende der Messe fällt positiv aus: „Es waren schon deutlich weniger Leute da als vor zwei Jahren. Aber diejenigen, die gekommen sind, waren allesamt Entscheider“, sagt er. So konnten wichtige Kontakte geknüpft werden – nicht zuletzt auch zwischen den anwesenden Ausstellern. „Die Erwartungen der Aussteller waren gering. Deshalbwaren alle sehr zufrieden“, sagt Bernd Müller. Er schätzt die familiäre Atmosphäre seiner Messe. Besonderen Dank gelte dem stets hilfsbereiten und sehr kompetenten Personal der Stadthalle, sagt er.

Ich habe das Corona-Virus nicht nach Tuttlingen gebracht. von Bernd Müller Es war die letzte Veranstaltung, die in der Stadthalle noch stattfinden durfte, bevor diese wegen der Corona-Krise schließen musste. Unter den Tuttlingern scheint das für Unmut gesorgt zu haben. TUTTLINGEN – Es müssen wohl mehrere Hass-Mails gewesen sein, die der Veranstalter Bernd Müller bekommen hat. Im Gedächtnis blieb ihm aber vor allem ein Vorwurf: „Sie bringen das Corona-Virus nach Tuttlingen!“ Diese Anschuldigung findet Bernd Müller nicht gerecht. „Ich habe das Virus nicht nach Tuttlingen gebracht“, sagt er, „wir betreiben bessere Hygienemaßnahmen als die meisten“. Diese Schutzmaßnahmen sind nicht zu übersehen. Schon am Eingang grüßt eine Desinfektionsstation: „Take a shot“, fordert ein kleines Schild daneben den Besucher auf. Übersetzt heißt das in etwa „Nimm einen Spritzer“. Außerdem wurde zusätzliches Reinigungspersonal eingestellt, Desinfektionsstationen und Hinweisschilder ausgehängt, die auf das korrekte Verhalten im sozialen Umgang verweisen. Aussteller und Besucher kämen zudem allesamt aus der Region, fügt Müller an. Gerade deshalb halte er seine Veranstaltung für wichtig: Sie ist gut für die lokale Wirtschaft. Die dürfe nämlich nicht zum Stillstand kommen. „Dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen.“ Die Überlegung einer Absage habe ihn schon beschäftigt, sagt Bernd Müller. Doch gemeinsam mit den Ausstellern habe er sich klar dagegen entschieden. „Viele der Aussteller haben sich für das Stattfinden der Veranstaltung ausgesprochen“, sagt er und verweist auf nur fünf Absagen bei 51 Anmeldungen. Auch sein Fazit gegen Ende der Messe fällt positiv aus: „Es waren schon deutlich weniger Leute da als vor zwei Jahren. Aber diejenigen, die gekommen sind, waren allesamt Entscheider“, sagt er. So konnten wichtige Kontakte geknüpft werden – nicht zuletzt auch zwischen den anwesenden Ausstellern. „Die Erwartungen der Aussteller waren gering. Deshalbwaren alle sehr zufrieden“, sagt Bernd Müller. Er schätzt die familiäre Atmosphäre seiner Messe. Besonderen Dank gelte dem stets hilfsbereiten und sehr kompetenten Personal der Stadthalle, sagt er.

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Krähe verschoben

Kleinkunstwettbewerb im Herbst

Nur noch eine Handvoll Karten für die vier Abende waren im Vorverkauf zu haben, als der ursprünglich geplante Termin für die „Tuttlinger Krähe“ (ab 31. März) wegen Corona vorläufig abgesagt werden musste. Jetzt gibt’s einen neuen Termin.






TUTTLINGEN – Ab Dienstag, 29. September soll die 20. Auflage des renommierten Wettbewerbs, eines der gefragtesten Kulturevents in der Donaustadt, in der Angerhalle Möhringen über die Bühne gehen und am 4. Oktober sollen die Preisträger geehrt werden. Schon zehn der zwölf Finalistinnen sowie die Moderatorinnen Annette Postel und Miss Allie haben dafür zugesagt, teilt Stadthallen-Chef Michael Baur mit. Die wenigen noch verfügbaren Tickets sind aktuell im Vorverkauf. Programmplaner Berthold Honeker und Michael Baur haben in den letzten Tagen fieberhaft daran gearbeitet den Wettbewerb 2020 zu retten. „Wir wollten nicht, dass ausgerechnet in dem Jahr, in dem unsere „Krähe“ ihren zweiten runden Geburtstag feiert, unser Tuttlinger Kleinkunstwettbewerb ausfallen muss.“ Zu viel Vorarbeit stecke in der Veranstaltung, für die seit dem vergangenen Sommer Bewerbungen gesichtet, bewertet und schließlich zwölf Finalisten für das viertägige Programm unter einen Hut gebracht werden mussten, so beide unisono. Daher wurde nach der Absage des ursprünglichen Termins umgehend nach einem Ausweichtermin nach den Sommerferien gesucht – nicht einfach angesichts der vielen Veranstaltungen, die in die zweite Jahreshälfte verschoben wurden. Wenige Restkarten für die Einzelabende der „Krähe“ sind noch zu haben – online unter www.tuttlinger-hallen.de oder telefonisch unter 07461 / 910996.

Ausnahmesituation

Reisebüros in Ungewissheit

Für das Team von Hutter Reiseservice sind die Folgen der Corona-Krise deutlich spürbar.

TUTTLINGEN – Mit einer „nie da gewesenen Ungewissheit“ konfrontiert, ist das Team von Hutter Reiseservice derzeit sieben Tage die Woche in vollem Einsatz. Um sich für die kommende Zeit gut aufzustellen und den Kunden in ihren Anliegen und Sorgen behilflich zu sein, wurden alle Reisen mit einem Abreisetermin vor dem 30. April herausgesucht und seitdem aufmerksam beobachtet.

Dabei ist man auf die Entscheidungen von Ländern, Fluggesellschaften, Reiseveranstaltern und dem Auswärtigen Amt angewiesen. Hutter Reiseservice empfiehlt seinen Kunden deshalb (Stand Montagmorgen), keine überstürzten Entscheidungen zu treffen. Sobald aktuelle Informationen vorliegen, werden die Gäste umgehend informiert und es wird nach einer entsprechenden Lösung gesucht.

Dabei liegt die Herausforderung darin, dass Einreisegesetze unverhofft über Nacht beschlossen werden, was Reisebüros vor vollendete Tatsachen stellt. Flüge müssen auf unbestimmte Zeit ins Blaue umgebucht werden, da Einreiseverbote oft ohne konkrete zeitliche Angaben verhängt werden.

Als vorbeugende Schutzmaßnahme bittet auch Hutter Reiseservice, möglichst nur telefonisch oder per Mail Kontakt aufzunehmen. Die Öffnungszeiten bleiben unverändert.

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Pandemiepläne und Koordination

Was bedeutet es, wenn der Katastrophenfall ausgerufen wird?

Wie wahrscheinlich ist der Katastrophenfall in Baden-Württemberg? Welche Folgen hätte seine Ausrufung für den Alltag der Tuttlinger? Der Südfinder versucht, Antworten zu geben. Trotzdem sind alle Angaben ohne Gewähr.

TUTTLINGEN – Katastrophenschutz: Das Wort klingt dramatisch, verursacht fast schon Weltuntergangsstimmung. Trotzdem scheint der Katastrophenfall hierzulande aber immer wahrscheinlicher zu werden. In Bayern ist er schon Realität. Aber was bedeutet Katastrophenschutz eigentlich? Der Südfinder hat die auf der Webseite des Landes Baden-Württemberg verfügbaren Informationen unter die Lupe genommen.

In Baden-Württemberg gibt es zwei Kriterien dafür, wann eine Katastrophe vorliegt. Das erste Kriterium ist erfüllt, wenn „ein eingetretenes oder unmittelbar drohendes Ereignis das Leben oder die Gesundheit von zahlreichen Menschen und Tieren, die Umwelt, erhebliche Sachwerte oder die lebensnotwendige Versorgung der Bevölkerung gefährdet oder in besonderer Weise beschädigt“. Das zweite Kriterium ist erfüllt, wenn „ein Ereignis so schwerwiegend ist, dass die Katastrophenschutzbehörden die einheitliche Leitung der zu treffenden Gefahrenabwehrmaßnahmen übernehmen müssen“.

Erfüllt die Corona-Krise diese Voraussetzungen? Das Leben oder die Gesundheit zahlreicher Menschen sind in erheblicher Weise gefährdet – check. Umwelt und Sachwerte sind nicht direkt gefährdet.

Aber die lebensnotwendige Versorgung der Bevölkerung könnte bei weiterer Eskalation durchaus gefährdet sein. Schon jetzt zeigen sich an vielen Stellen Lieferengpässe, besonders deutlich zum Beispiel bei Mehl und Klopapier. Damit erfüllt die Corona-Krise das erste Kriterium einer Katastrophe.

Angesichts eines drohenden Personalmangels im Bereich der sogenannten kritischen Infrastruktur wird eine einheitliche Leitung notwendig. Die kann zur Verstärkung der Personalressourcen in größerem Maße Umschichtungen vornehmen. Oder – wie es beispielsweise im Influenza-Pandemieplan für Baden-Württemberg heißt – Medizinstudenten im letzten Ausbildungsjahr einsetzen.

Für die Tuttlinger Bürgerinnen und Bürger wird sich allein durch die Ausrufung des Katastrophenfalls jedoch nicht viel ändern. Die Katastrophenschutzbehörde agiert eher im Hintergrund. Sie hilft, Maßnahmen und Ressourcen zu verwalten und zu steuern. Im Alltag bekommen die Menschen davon zunächst nichts mit. Falls es so weit kommen sollte, dass Kräfte der Bundeswehr zur Unterstützung herangezogen werden, mag das auffälliger sein – davon scheint die Stadt aktuell aber noch weit entfernt.

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