Ostalb

25.03.2020

Quarantäne ohne Test?

Wie man sich richtig verhält, wenn man Angst hat mit dem Coronavirus infiziert zu sein

Jetzt trägt jeder Verantwortung. Mit der ansteigenden Zahl der Corona-Infektionsfälle wächst auch die Sorge selbst betroffen zu sein. Aber wie reagiert man richtig?

Von Franziska Stölzle

Was tun wenn es im Bekanntenkreis einen Corona-Fall gibt? Bei direktem Kontakt zur betroffenen Person sollte umgehend ein Test gemacht werden. Kam es zu keinem direkten Kontakt, ist ein Test nicht zwingend nötig. Dabei gilt, einfach zu Hause bleiben und unnötigen Kontakt vermeiden. Wo gibt es Corona-Tests? Ein Arzt entscheidet im Einzelfall wer auf das Virus getestet wird. Deshalb erst einmal mit dem Hausarzt oder dem Gesundheitsamt Kontakt aufnehmen. Wichtig: Nicht einfach dorthin gehen, es besteht die Möglichkeit dabei andere Patienten mit dem Coronavirus anzustecken. Was wenn kein Test gemacht wird? Besteht die Angst mit dem Virus infiziert zu sein und es wird kein Test gemacht, am Besten zu Hause bleiben und 14 Tage abwarten. Meist braucht das Virus so lange um Symptome hervorzurufen. Ist es ein Muss 14 Tage zu Hause zu bleiben? Niemand wird gezwungen zu Hause zu bleiben. Jeder muss für sich entscheiden welches Verhalten in dieser Situation angemessen ist. Die Frage lautet immer: Ist es nötig? Das heißt, ist es nötig einkaufen zu gehen? Ist es nötig zum Sport zu gehen? oder ist es nötig zu Freunden zu gehen?

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18.03.2020

„Der Coronavirus ist aktuell ein großes Thema“

Oberbürgermeister Michael Dambacher zur Corona-Krise und seinen Zielen, die er konkret in Ellwangen erreichen will

Seit Juli 2019 ist er der neue Oberbürgermeister von Ellwangen – Michael Dambacher. Der 41-Jährige spricht im Interview über die Corona-Krise und welche Ziele er konkret in Ellwangen erreichen möchte.

Von Annika Schneider

Herr Dambacher, wie hat sich Ihr Leben verändert, seit Sie Oberbürgermeister sind?

Eigentlich hat sich nicht so viel verändert. Der Anfahrtsweg ist weiter und mein Terminkalender ist voller als davor.

Mit welchen täglichen Herausforderungen haben Sie zu kämpfen? Stichwort: Coronavirus.

Der Coronavirus ist im Moment ein ganz großes Thema. Ansonsten haben wir natürlich ganz viele große Projekte, die in der Pipeline stehen und es stellt sich einfach die Frage, wie wir die personellen Kapazitäten aufstocken können, dass wir alle Aufgaben bestmöglich bearbeiten können.

Also ist die Ausfallquote groß?

Ja, wir haben im Moment leider die Situation, dass Stellen auch unbesetzt sind. Vor allem im technischen Bereich. Viele Aufgabenbereiche müssen derzeit ein paar wenige Menschen bewältigen. Das ist aktuell die große Herausforderung. Und auch hinsichtlich der Landesgartenschau müssen wir uns überlegen, wie wir das personell dann alles meistern. Das ist für uns ein ganz großes Thema.

Sind Sie auf den Ernstfall in Ellwangen vorbereitet?

Jeden Tag setzt sich der Krisenstab zusammen und bespricht die Lage neu. Es werden natürlich auch von Bundes- und Landesebene entsprechende neue Vorgaben auf den Weg gebracht. Aktuell ist es so, dass wir natürlich sämtliche Kindergärten und Schulen schließen, wie auch vom Land vorgegeben. Zudem haben wir jetzt auch öffentliche Einrichtungen zu gemacht. Das heißt, konkret: Das Wellenbad, die Museen und die Musikschule sind geschlossen. Und auch das Rathaus ist mehr oder minder nicht mehr frei zugänglich.

Kommt man dann gar nicht mehr ins Rathaus?

Wenn die Leute was Dringendes erledigen müssen, können sie sich vorher anmelden. Dann werden die Dinge vorbereitet und der Rest wird dann telefonisch oder per Mail abgearbeitet. Wir versuchen möglichst viele, wie es auch vorgegeben ist, soziale Kontakte auf ein notwendiges Maß zu reduzieren.

Wie zum Beispiel?

Ortschafts- und Gemeinderatssitzungen finden nur statt, wenn wichtige Dinge beschlossen werden müssen. Das heißt notwendige Dinge. Die Themen, die wir schieben können, schieben wir natürlich auch. Wir achten dabei auch darauf, dass die Gemeinräte weit genug auseinandersetzen und nicht in Kontakt kommen.

Es soll aber nun auch noch um Ihre Erfolge als Bürgermeister – damals in Bühlertann – und die Ziele gehen, die Sie als Oberbürgermeister in Ellwangen nun verfolgen. Können Sie kurz dazu was sagen.

Als Bürgermeister in der damaligen Gemeinde Bühlertann haben wir viel im Bildungs- und Betreuungsbereich erreicht. Wir haben ein Haus der Bildung erschaffen – eine Kombination aus Kindergarten und Schule mit Ganztagesbetreuung. Zudem waren wir im Glasfaserausbau schon gut unterwegs gewesen. Wir haben die komplette Gemeinde auf stromsparende Energietechnik umgestellt und sehr viele Baugebiete erschlossen. Sprich vielen Bürgern eine neue Heimat gegeben.

Und was möchten Sie konkret in Ellwangen umsetzten und erreichen?

Das ganze große Ziel ist natürlich zuerst mal eine erfolgreiche Landesgartenschau auf die Beine zu stellen. Das ist etwas, dass viele Begleitprojekte jetzt nach sich ziehen wird. Außerdem ist mir das Thema Innenstadtbelebung wichtig. Ganz konkret, die Leerstandproblematik anzugehen. Außerdem auch städtebaulich hier im Grunde genommen, Neuerungen zu schaffen, die das Landesgartenschaugelände besser an die Innenstadt bindet. Ein weiteres Ziel, dass ich verfolge, ist die Wohnbauentwicklung, sprich bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

War es für Sie immer ein Wunsch Oberbürgermeister zu werden?

Mich hat es nicht von Bühlertann vorgetrieben. Es hat sich alles so ergeben. Beruflich ist es natürlich eine riesen Herausforderung. Auch so ein großes Projekt, wie die Landesgartenschau zu betreuen. Das war keine Entscheidung gegen Bühlertann, sondern eine Entscheidung für Ellwangen.

Zum Schluss: Was wünschen Sie sich den für die Zukunft?

Natürlich in Zeiten von Corona, dass viele Menschen gesund bleiben. Und auf lange Sicht gesehen, dass wir alle unsere Ziele erreichen und Ellwangen eine lebendige Stadt wird.

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Absagen und Schließungen

Das Coronavirus greift immer weiter um sich und das öffentliche Leben findet so gut wie nicht mehr statt

Wegen der rasenden Ausbreitung des Coronavirus fallen etliche Veranstaltungen aus und einige städtische Einrichtungen bleiben geschlossen.

Seit vergangenem Freitag, 13. März, sind folgende Einrichtung vorerst geschlossen:

Limesmuseum, IHK-Bildungszentrum, Limes-Therme, Aalener Hallenbad, Kundenbüro der Stadtwerke, Urweltmuseum, Museum Wasseralfingen, Stadtbibliothek mit den Außenstellen Wasseralfingen und Unterkochen, Musikschule mit allen Außenstellen, Haus der Jugend, Jugendtreff Wasseralfingen, Jugendtreff im Weststadtzentrum und Treffpunkt Rötenberg. Kitas sind flächendeckend seit Montag, 16. März geschlossen und Schulen seit Dienstag, 17. März.

Diese Veranstaltungen in der Region sind abgesagt:

Verkaufsoffener Sonntag in Oberkochen am Sonntag, 29. März. Die Gartenmöbelmesse in Aalen von Samstag, 30. März bis Montag, 1. April. Wortgewaltig-Abend mit Herrmann Bausinger, am 30. März. Der Frauen-Kleider-Basar in Ebnat am Samstag, 21. März. Frühjahrskonzert des Musikvereins Fachsenfeld am Samstag, 4. April. Das Jazzfestival in Schwäbisch Hall vom 25. bis 29.März. Auf unbestimmte Zeit: Keine Gottesdienste in Ellwangen.

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„Es wird nach wie vor ausgerückt“

Kreisbrandmeister Otto Feil erklärt welche Auswirkungen die Krisensituation für die Feuerwehren im Ostalbkreis hat. Die Situation spitzt sich zu. Was das für die Feuerwehren bedeutet, erklärt Kreisbrandmeister Otto Feil im Interview.

Von Franziska Stölzle

Herr Feil, wie gut ist der Ostalbkreis auf Corona vorbereitet?

Der Landkreis ist gut vorbereitet und kann bislang die Infektionsketten nachverfolgen. Mit zunehmender Zahl an Erkrankten und Kontaktpersonen wird dies allerdings immer schwieriger. Unter der Leitung von Landrat Klaus Pavel finden täglich Lagebesprechungen statt. Der Führungsstab der Feuerwehren unterstützt das Gesundheitsamt bei Logistikarbeiten und telefonischer Erstaufnahme von Kontaktpersonen. Drive-in-Testzentren auf dem Greutplatz in Aalen (Maltteser) und auf dem Schießtalplatz in Schwäbisch Gmünd (DRK) wurden eingerichtet.

Feuerwehren sind Teil der Blaulicht-Organisation. Wie kämen sie beim Ausbruch einer Pandemie zum Einsatz?

Die Feuerwehren sind kommunale Einrichtungen und werden zuerst einmal in der eigenen Gemeinde tätig. Sie unterstützen mit Logistik und Infrastruktur, damit das öffentliche Leben in der Gemeinde weiter funktioniert. Sollten gemeindeübergreifende Maßnahmen notwendig werden, werden diese zentral über den Führungsstab/Verwaltungsstab des Landkreises koordiniert. Würde ein Katastrophenfall durch den Landkreis oder das Land Baden-Württemberg ausgerufen, dann muss alles zentral über den Landkreis organisiert werden.

Was wäre wenn ein Corona-Fall in einer Wehr auftreten würde?

Dadurch wäre unter Umständen die Einsatzbereitschaft einer Feuerwehr nicht mehr gewährleistet. Wenn alle Kontakt zueinander hatten, müssten alle in Quarantäne. Größere Freiwillige Feuerwehren habe Schichtpläne eingeführt, um ein Zusammentreffen aller zu vermeiden. In ländlichen Bereichen kann man sich kurzzeitig auch mit der sogenannten Nachbarschaftshilfe und einer Änderung der Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) unterstützen.

Was passiert wenn eine Feuerwehr alarmiert wird?

Die Freiwilligen Feuerwehren werden nach wie vor zu Einsatz ausrücken, sodass die Pflichtaufgaben einer Gemeinde gewährleistet werden. Es werden beim Einsatz besondere Hygienemaßnahmen beachtet, um die Mitglieder der Feuerwehren zu schützen.

Wie viele Feuerwehren gibt es im Kreis?

Es gibt im Ostalbkreis 42 Gemeindefeuerwehren mit 3700 Mitgliedern und 7 Werkfeuerwehren mit 214 Mitgliedern.

Was raten Sie der Bevölkerung um sich vor Corona zu schützen?

Zuallererst die üblichen Händedesinfektionsmaßnahmen und Husten- und Nieshygiene zu beachten. Außerdem müssen jetzt die Vorgaben des Landes, die ab heute in Kraft sind, befolgt werden. Das heißt: soziale Kontakte – auch im privaten Bereich – auf ein Minimum zu beschränken. Generell: den Anordnungen der Behörden Folge zu leisten, um die zu erwartende Zahl der Erkrankungsfälle zu verlangsamen.

Wie schätzen Sie Corona ganz persönlich ein?

Wir alle kommen momentan an soziale und persönliche Grenzen. Dies fordert von jedem einzelnem Rücksicht und Verzicht auf so manche Gewohnheiten.

Wenn alle zusammenhalten und entsprechende Disziplin an den Tag legen, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir die Krise meistern.

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