Ostalb

Aktuelle Ausgabe 27.05.2020

AHA-Regel gilt auch am Badestrand

In Ägypten am Strand liegen, feiern auf Ibiza oder Sightseeing in New York

Das Coronavirus macht den diesjährigen Urlaubsplänen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Der Südfinder hat die SPD- Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier nach möglichen Reisezielen gefragt.

Von Franziska Stölzle

Ostalbkreis – Der Sommerurlaub ist zum Greifen nah und die Pfingstferien stehen vor der Tür. Doch welche Urlaubsziele kommen überhaupt in Frage? „Normalerweise mag ich klar Antworten, doch bei diesem Thema muss ich vage bleiben“, sagt Leni Breymaier.

Außenminister Heiko Maas führe derzeit Gespräche mit den europäischen Reiseländern und es gebe Bemühungen um eine koordinierte Öffnung für den Tourismus. „Trotzdem gibt es im Moment keine Garantie, wohin man reisen kann“, fügt die SPD-Bundestagsabgeordnete an. Mit der Öffnung von Hotels in Deutschland sei spätestens Ende Mai zu rechnen. So haben Übernachtungsmöglichkeiten in beispielsweise Bremen, dem Saarland oder Sachsen-Anhalt schon seit dem 18. Mai den Betrieb wieder aufgenommen. Baden-Württemberg zieht am 29. Mai gleich und auch Bayern öffnet Beherbergungsbetriebe jeglicher Art ab dem 30. Mai. Somit sollte dem Urlaub in Deutschland nichts im Wege stehen. Die Hygiene- und Schutzmaßnahmen müssen dennoch überall eingehalten werden. „Ich denke im Urlaub gelten die gleichen Regeln wie sonst auch. AHA: das heißt, Abstand halten, Hände waschen und Alltagsmaske tragen“, erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier.

Eine Fernreise muss dieser Tage gut durchdacht werden. „Ich rate allen die in diesem Jahr eine Fernreise planen, sich gut zu informieren“, betont Leni Breymaier. Die auswärtigen Ämter würden laufend neue Reisehinweise herausgeben, diese seien zu beachten. Aber eines ist klar: „Die Bundesregierung wird Rückholaktionen nicht beliebig wiederholen“, so die SPD-Bundestagsabgeordnete. Ob Fernreisen überhaupt möglich sind, hänge vor allem davon ab wie sich die Infektionszahlen in nächster Zeit entwickeln. Steigen sie stark an, haben sich alle Urlaubspläne ganz schnell ausgeträumt. „Wenn eine zweite große Welle ausbricht oder das Urlaubsziel zum Hotspot mutiert können die Urlaubspläne ins Wasser fallen“, sagt Leni Breymaier.

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Ausgabe 14.05.2020

Studio zu? …

Kein Problem! – Online-Kurse und individuelle Beratung per Video-Anruf

Deutschlandweit müssen die Fitnessstudios aufgrund der Corona-Verordnung seit Mitte März geschlossen bleiben – das zehrt an der Existenz. Alexander Romanjuk, Trainingsleiter des Fair Fitness Plus in Aalen erklärt dem Südfinder wie sie trotz der Krise für ihre Mitglieder da sein wollen.

Aalen – Das Fair Fitness Plus in Aalen besteht nun schon seit über fünf Jahren. Seit einem Jahr leitet Alexander Romanjuk das Studio, in dieser Zeit habe es schon einige Hindernisse gegeben, doch die Corona-Pandemie habe das Team vor eine große Herausforderung gestellt.

„Uns war klar, dass wir ohne die Unterstützung der Mitglieder keine längere Schließung durchhalten können“, so Romanjuk. Glücklicherweise seien fast alle Mitglieder des Studios dazu bereit gewesen, ihren monatlichen Beitrag weiterhin zu bezahlen.

„An dieser Stelle möchte ich der Fair-Fitness-Familie für ihre Unterstützung danken“, sagt der Trainingsleiter. Um den Mitgliedern trotz der Schließung etwas anzubieten, hat das Team ein Online-Kurs-Programm auf Facebook erstellt. „Dort kann jeder bequem von zu Hause aus bei einem Kurs mitmachen“, erklärt er. Zusätzlich gebe es die Möglichkeit sich per Video-Anruf individuell von einem Trainer betreuen oder beraten zu lassen. Seit es am Montag, 11. Mai, die ersten Lockerungen gegeben hat, wird ein Outdoor-Training in Kleingruppen (maximal vier Personen) angeboten. „Wir werden sehen, wie es läuft, denn bei uns stehen Spaß und Motivation an erster Stelle“, betont Alexander Romanjuk. Die Zeit während der Schließung hat das Team von Fair Fitness Plus in Aalen sinnvoll genutzt. „Wir haben an einigen Online-Seminaren teilgenommen, rund um das Thema: Stärkung des Immunsystems“, sagt er. Auf dieser Basis wird derzeit ein neues Trainingskonzept und neue Kurskonzepte für die Mitglieder des Studios ausgearbeitet. Dennoch sei dir Freude groß, sowohl das Team als auch die Mitglieder wieder persönlich zu begrüßen. FS

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Unsere Helden

Soziale Berufe sind im Moment gefragter denn je

Was würden wir gerade jetzt ohne die Ärzte und Krankenschwestern tun, die rund um die Uhr ihr Bestes geben. Auch in den Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten, Jugendhilfeeinrichtungen und anderen sozialen Einrichtungen wird nun immer deutlicher, wie unersetzbar diese Fachkräfte sind. Im Südfinder-Interview berichtet Markus Thum, Kundenzentrumsleiter der DAA Ostwürttemberg wie sich die Berufsperspektiven darstellen, wie die Lehrkräfte im Moment mit den Auszubildenden kommunizieren und welche Herausforderungen sie dabei „überwinden“ müssen.

Von Annika Schneider

Herr Thum, wie ist Ihre Einschätzung zur Berufsperspektive in den von Ihnen angebotenen Ausbildungen?

Am 1. April diesen Jahres haben wir in Aalen erstmalig die neu konzipierte Ausbildung der „Pflegefachkräfte“ begonnen.

Dieses Berufsbild vereint die früheren Ausbildungen in den Bereichen Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. Wir sind somit Vorreiter in der Region und sichern damit auch weiterhin mit unseren vielen Partnern in der ambulanten und stationären Pflege den Fachkräftebedarf. Auch für unsere Absolventen der Physiotherapieschule stellt sich der Arbeitsmarkt durchweg positiv dar. Kaum ein Berufsfeld bietet, gerade auch in der jetzigen schwierigen Zeit, bessere und sichere Arbeitsplätze, wie das Sozialwesen. Gerade der Fachkräftemangel für die Kitas in der Region ist deutlich zu sehen. Wir haben daher auch für die Bewerber mit Hauptschulabschluss seit letztem Jahr die Berufsfachschule für Kinderpflege gegründet.

Unterrichten Sie derzeit Berufsschüler an Ihren Schulen?

Seit einigen Tagen findet wieder Unterricht in Präsenz unter Vorgabe strenger Hygienevorschriften zur Prüfungsvorbereitung statt. Alle anderen Schüler werden in virtuellen Klassenzimmern und durch Arbeitsaufträge unterrichtet. Wir legen dabei großen Wert auf eine persönliche Betreuung durch täglichen Kontakt unter anderem über Videochats, Telefonate, und E-Mails.

Wie finden Schülerinnen und Schüler momentan den für sie/ihn richtigen Ausbildungsberuf?

Hier ist gerade viel Eigeninitiative von den Jugendlichen gefragt. In vielen beruflichen Schulen sind die Ansprechpartner für Bewerber gut über Telefon oder per Mail erreichbar, jedoch fehlen die vermittelnden und beratenden Partner, zum Beispiel an den allgemeinbildenden Schulen, um einfach und schnell an Informationen zu den einzelnen Ausbildungsberufen und den Ausbildungsmöglichkeiten in der Region zu kommen.

Was können Sie jetzt konkret tun?

Jugendliche müssen im Moment direkt zum Hörer greifen, auf Homepages Angebote zu freien Ausbildungsplätzen recherchieren oder initiativ mehrfach Bewerbungsunterlagen verschicken, um die Chancen auf einen guten Ausbildungs- und /oder Schulplatz zu wahren. Jetzt gerade positiv und mit einem eigenen Plan in der Tasche, die notwendigen Schritte in Richtung Ausbildung zu gehen, kann entscheidend die Weichen für die berufliche Zukunft stellen.

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Ausgabe 08.05.2020

„Auf einmal war Platz für Neues“

Unterschneidheims Bürgermeister wendet sich in seinem Statement an alle Bürger

Liebe Leserinnen und Leser des Südfinders,

eine Krise mit diesen Auswirkungen habe ich seit meinem Amtsantritt im Juni 2001 bislang nicht erlebt – und Gott sei Dank auch vorher nicht. Für diese lange Phase der Stabilität bin ich dankbar. Jetzt hat sich gezeigt, wie wichtig eine funktionierende Verwaltung und eine gute Infrastruktur ist. Der Ostalbkreis hat mit der strikten Nachverfolgung der Infektionsketten die Ansteckungsgefahr

für die Bevölkerung wirksam eingedämmt. Alle Betroffenen konnten in den Kliniken umfassend versorgt werden. Die Kontaktpersonen haben die Quarantänebestimmungen akzeptiert. Dort wurde und wird sehr gute Arbeit geleistet. Allen Beteiligten, an welcher Stelle Sie auch ihren Dienst tun, danke ich herzlich.

Ich persönlich meine, dass die Situation ernst ist und solange ernst bleibt, bis ein Impfschutz zur Verfügung steht. Deshalb müssen wir aufeinander Acht geben und die Reglementierungen beachten. Der Weg, stufenweise Lockerungen auf den Weg zu bringen und die Infektionszahlen wachsam zu begleiten, ist geboten. Ich freue mich auf die Zeit danach, das wird aber nicht von heute auf morgen wiederhergestellt sein. Das Jahr 2020 war durch- und ausgeplant. Das Virus war schlicht nicht vorgesehen und der Alltag erhielt durch die Krise intensive Impulse. Auf einmal war Platz für Neues, Platz für Innovation und Improvisation. Bereits am Wochenende vom 13. bis 15. März 2020 war ein kleiner Mitarbeiterstab im Rathaus der Gemeinde Unterschneidheim erreichbar. Wir haben sofort aktuelle Informationen in die Homepage der Gemeinde eingestellt und erste Fragen am Telefon beantwortet. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde die Dorfhäuser und Spielplätze – noch vor der Coronaverordnung – bereits geschlossen. Die Schließung von Kindergärten und Schulen hat die Familien vor eine neue Situation gestellt.

Ich danke Ihnen, dass sie miteinander die Lage bewältigen so gut es eben möglich ist. Die Erzieherinnen haben die Schließzeit dazu genutzt, die Bildungspläne zu aktualisieren, die Hygienepläne zu überarbeiten und sich auf den Weiterbetrieb vorbereitet. Parallel dazu wurden Überstunden abgebaut. Jetzt wird mehr und mehr die Notbetreuung in Anspruch genommen. Die Erzieherinnen, die zur Risikogruppe gehören, werden derzeit nicht eingesetzt. Das Land Baden-Württemberg hat den Gemeinden eine finanzielle Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Diese Mittel setzen wir im Bereich der Kindergärten ein. Die Elternbeiträge wurden für die Monate April und Mai ausgesetzt. In der Gemeinde wurden drei Grundschulen, die Werkrealschule und die Realschule geschlossen. Der Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern wurde aufgenommen und ausgebaut. Die Notfallbetreuung in der Schule wurde gewährleistet. Die Schulleitung der Sechta-Ries-Schule hat viel Energie investiert, damit die Abschlussklassen ab 4. Mai wieder in die Schulen kommen können. Allen am Schulleben Beteiligten danke ich herzlich für die Zusammenarbeit. Die Sechta-Ries-Schule wird derzeit während des laufenden Schulbetriebs umfassend saniert. Die Corona Krise hat dort rechtzeitig neue Erkenntnisse gebracht. Die digitale Technik wird nun so ausgelegt, dass die Kommunikation der Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften innerhalb und außerhalb der Schule funktioniert. Ohne Krise wäre die digitale Verbindung von zuhause mit Schule mit Sicherheit nicht mit dieser Priorität realisiert worden.

Auch die allgemeine Schließung der Gaststätten ist bitter! Ich rufe deshalb gerne dazu auf, dass das Mitnahmeangebot an Tagesessen zahlreich von der Bevölkerung angenommen wird. Das gilt auch für den Döner an der Sechta und die Pizza von der Badestelle. Bislang sind bei der Gemeinde wenige Anträge auf Herabsetzung der Vorauszahlungen der Gewerbesteuer eingegangen. Eine verlässliche Prognose wie hoch das Jahresaufkommen tatsächlich sein wird, lässt sich derzeit nicht stellen. Im Haushaltsplan haben wir mit 1,4 Millionen Euro kalkuliert. Mitte Mai erfolgt die neue Steuerschätzung – das Land Baden-Württemberg wird dann mitteilen, welche Zuweisungen die Städte und Gemeinden tatsächlich erhalten. Wir werden die Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit verfolgen. Natürlich müssen wir überlegen, wie wir auf Einnahmeausfälle reagieren können. Wir stehen per Telefon und E-Mail zur Verfügung. Es ist unser Ziel, dass sich die Gemeinde Unterschneidheim weiterhin gut entwickelt. Normalität ja bitte – und Chancen die uns als Gemeinschaft voranbringen.

Ihr Nikolaus Ebert, Bürgermeister von Unterschneidheim

Unterschneidheim zählt 4784 Einwohner

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Gastronome in der Region geben nicht auf

Der Zukunft schaut Sabhia Madan nur skeptisch entgegen, „wenn wir wieder öffnen dürfen aber nur mit halb so viel oder noch weniger Gästen, dann ist die Frage, ob das überhaupt Sinn macht“, sagt die Geschäftsführerin.

Nicht nur in Aalen, sondern auch in Ellwangen ist die Stimmung gedrückt. Joti Agathangelidis, Inhaber des „Bistro Altstadt“ in Ellwangen hat seit dem 16. März keine Einnahmen mehr und kann bei laufenden Kosten höchstens noch bis Ende Mai durchhalten.

„Ich beginne nun damit einen Abholservice anzubieten, damit ich wenigstens eine kleine Einnahmequelle habe“, erklärt er. Schon vor der offiziellen Schließung aller Gastgewerbe, seien die Umsätze deutlich eingebrochen und das bei laufenden Kosten wie Strom, Miete und Wasser.

„Ab April habe ich für meine vier Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt, die Sozialabgaben gestundet und sonstige Ausgabe eingestellt“, sagt Joti Agathangelidis. Einer Wiedereröffnung schaut der Gastronom nur misstrauisch entgegen, zudem sei diese noch in weiter Ferne. „Es ist nicht zu erwarten, dass die Umsätze schnell wieder das Niveau der Vor-Corona-Zeit erreichen, da viele Leute sehr verängstigt sind und ihr Haus nur für die dringend nötigen Besorgungen verlassen“, erklärt der Inhaber abschließend.

Florian Schäfauer, Geschäftsführer des „Bären Fachsenfeld“, versucht die Chancen und positiven Aspekte der Corona-Krise zu sehen. „Wir nutzen die Zeit vor allem, um Projekte anzustoßen für die uns sonst die nötige Zeit fehlt“, erzählt der Gastronom. So sind neben dem regulären Abholservice, Gerichte in Einmachgläsern entstanden. Beispielsweise Thai Curry oder Spargelcremesuppe können nun ganz bequem zu Hause warm gemacht werden. „Es läuft ganz gut, wir haben in den vergangen Wochen circa 200 bis 300 Gläser in der Woche verkauft“, sagt Florian Schäfauer.

Auch über die Senkung der Mehrwertsteuer freut sich der Gastronom sehr. „Mein größter Wunsch ist es, dass sie auch nach einem Jahr bei den sieben Prozent bleibt“, erzählt er.

Dennoch treffen die Folgen der Corona- Pandemie auch den „Bären Fachsenfeld“. „Uns sind circa 70 Prozent des regulären Umsatzes weggebrochen und auch die Soforthilfe haben wir beantragt“, sagt Geschäftsführer Florian Schäfauer gegen Ende des Gesprächs.

Schäfauer: „Jede Krise birgt auch eine Chance“

Der Zukunft schaut Sabhia Madan nur skeptisch entgegen, „wenn wir wieder öffnen dürfen aber nur mit halb so viel oder noch weniger Gästen, dann ist die Frage ob das überhaupt Sinn macht“, sagt die Geschäftsführerin.

Nicht nur in Aalen, sondern auch in Ellwangen ist die Stimmung gedrückt. Joti Agathangelidis, Inhaber des Bistro in Ellwangens Altstadt hat seit dem 16. März keine Einnahmen mehr und kann bei laufenden Kosten höchstens noch bis Ende Mai durchhalten. „Ich beginne nun damit einen Abholservice anzubieten, damit ich wenigstens eine kleine Einnahmequelle habe“, erklärt er. Schon vor der offiziellen Schließung aller Gastgewerbe, seien die Umsätze deutlich eingebrochen und das bei laufenden Kosten wie Strom, Miete und Wasser. „Ab April habe ich für meine vier Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt, die Sozialabgaben gestundet und sonstige Ausgabe eingestellt“, sagt Joti Agathangelidis.

Einer Wiedereröffnung schaut der Gastronom nur misstrauisch entgegen, zudem sei diese noch in weiter Ferne. „Es ist nicht zu erwarten, dass die Umsätze schnell wieder das Niveau der Vor-Corona-Zeit erreichen, da viele Leute sehr verängstigt sind und ihr Haus nur für die dringend nötigen Besorgungen verlassen“, erklärt der Inhaber abschließend.

Florian Schäfauer, Geschäftsführer des Gasthof Bären in Fachsenfeld sieht die Krise ein Stück weit als Chance und versucht die Positiven Aspekte zu sehen. „Wir nutzen die Zeit vor allem um Projekte anzustoßen, für die und sonst die nötige Zeit fehlt“, erzählt der Gastronom. So sind beispielsweise neben dem regulären Abholservice, Gerichte in Einmachgläsern entstanden. Thai Curry oder Spargelcremesuppe können nun bequem zu Hause warm gemacht werden. „Es läuft ganz gut, wir haben in den vergangen Wochen circa 200 bis 300 Gläser in der Woche verkauft“, sagt Florian Schäfauer. Zusätzlich freut sich der Gastronom über die Senkung der Mehrwertsteuer. „Mein größter Wunsch ist, dass die Steuer auch nach einem Jahr bei sieben Prozent bleibt“, so Schäfauer.

Dennoch treffen auch das Gasthaus Bären die Folgen der Corona-Krise. „Uns sind circa 70 Prozent des regulären Umsatzes weggebrochen und auch die Soforthilfe haben wir beantragt“, gibt der Gastronom dem Südfinder preis.

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Ausgabe 29.04.2020

„Wir werden unsere Präsenz erhöhen“

Gefühlt waren noch nie so viele Polizisten auf der Straße wie dieser Tage. Polizeipräsident Reiner Möller spricht im Südfinder-Interview über den aktuellen Alltag der Beamten.

Von Franziska Stölzle

1. Herr Möller, halten sich die Menschen im Ostalbkreis an die Kontaktbeschränkung? Das Polizeipräsidium Aalen ist bekanntlich, neben dem Ostalbkreis, auch für den Landkreis Schwäbisch Hall und für den Rems-Murr-Kreis zuständig. Erfreulicherweise kann ich sagen, dass die Mehrheit der Einwohner der Landkreise die Zeichen der Zeit erkannt haben und sehr verständnisvoll und besonnen mit den massiven Einschränkungen durch die Corona-Pandemie umgehen. Natürlich ist es aber auch so, dass sich vereinzelt Menschen nicht an die rechtlichen Vorgaben halten. Auch im Ostalbkreis gibt es leider Personen, die sich beispielsweise nicht an die Kontaktbeschränkungen halten. Durch eine erhöht sichtbare Präsenz versuchen wir diese Verstöße zu minimieren und soweit notwendig konsequent zu ahnden. 2.Können Sie Verstöße gegen die Kontaktbeschränkung und ähnliche aktuelle Bestimmungen beziffern? Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen wurden von Beginn 25. März bis zum 20. April insgesamt rund 1500 Verstöße gegen die Corona-Verordnung registriert. Circa 400 Verstöße wurden hiervon im Ostalbkreis registriert. 3. Gibt es ein Vorkommnis, das besonders gravierend oder anstößig war? Besonders gravierend empfinde ich die Ereignisse, bei denen sich Menschen über bestehende Vorgaben bezüglich der Corona-Verordnung hinwegsetzen und in Folge Bürgerinnen/Bürger beleidigen. So geschehen beispielsweise am 23. März in Aalen: Dort betraten drei Männer zwar nacheinander einen Baumarkt, trafen sich aber im Verkaufsraum wieder, um gemeinsam einzukaufen. Als sie im Verkaufsraum durch das Sicherheitspersonal darauf hingewiesen wurden, dass aufgrund der CoronaVO zwei der drei Personen den Markt verlassen müssen, beleidigten sie das Sicherheitspersonal mit den Worten „Arschloch“, „Hurensohn“, „Penner“ und „Bastard“. Die Beleidigungen äußerten sie beim Verlassen des Marktes erneut. Vor dem Markt gerieten die drei Männer mit dem Sicherheitspersonal in Streit, es kam zu verbalen Streitigkeiten, manche der anwesenden Personen nahmen aggressive Körperhaltungen ein. Den hinzukommenden Marktleiter beschimpften sie ebenfalls massiv. Bei der Feststellung der Personalien durch eingesetzte Polizeibeamte kam es zu einem tätlichen Angriff. 19. März in Schwäbisch Hall: Dort wollte sich ein Mann über die bestehende Obergrenze bestimmter Lebensmittel trotz deutlich sichtbarer Beschilderung hinwegsetzen und packte 24 statt sechs Tetra-Packungen Milch ein. An der Kasse wurde der Mann auf die reglementierte Abgabe bestimmter Waren angesprochen und daran erinnert, nur sechs Liter Milch einkaufen zu können. Daraufhin beleidigte und bespuckte der Mann die Marktleiterin sowie weitere Marktmitarbeiter. 4. Könnten Sie unseren Lesern Beispiele für Betrugsmaschen nennen und Tipps geben wie man sich richtig verhält? Es gibt zwei gut erkennbare Betrugsmaschen: Fake-Shops • Die Ware ist ungewöhnlich günstig und es wird mit ständiger Verfügbarkeit geworben • Die Ware ist nur gegen Vorkasse erhältlich • Das Impressum ist nicht oder nur unvollständig vorhanden Verhaltensregeln • Tätigen Sie keine Spontan- oder Panikkäufe. Sichten Sie in Ruhe die Angebote • Recherchieren Sie den Shop, über den Sie bestellen möchten im Internet • Nutzen Sie seriöse Bezahldienste oder kaufen Sie auf Rechnung Der Enkeltrick: Am Telefon geben sich die Betrüger als Angehörige aus und behaupten, dass Sie mit dem Corona-Virus infiziert seien und jetzt finanzielle Unterstützung für die Behandlung benötigen. Sie bitten ihre Opfer um Geld und andere Wertgegenstände, die ein Freund für Sie abholen müsse. Sie selbst seien auf Grund der Ansteckung in Quarantäne und dürfen das Haus oder die Wohnung nicht verlassen, weshalb auch zum Schutz der Opfer ein „gesunder“ Freund das Vermögen abholen müsse. Verhaltensregeln • Geben Sie niemals Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis • Werden Sie am Telefon um Unterstützung und Übergabe von Bargeld oder anderen Wertgegenständen gebeten, beenden Sie das Gespräch und rufen Sie Ihre Verwandten auf der Ihnen bekannten Telefonnummer zurück • Wenden Sie sich sofort an die Polizei unter 110, wenn Sie einen Betrug vermuten • Werden Sie telefonisch oder an der Haustür dazu aufgefordert kostenpflichtige Tests durchzuführen, ignorieren Sie das • Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder das Gesundheitsamt und fragen Sie, ob für Sie ein Test angeordnet wurde • Lassen sie niemals fremde Personen in ihre Wohnung. Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist • Bei akuter Bedrohung schließen Sie die Wohnungstür und rufen Sie die Polizei unter 110 5. Was können Menschen tun, um die Polizei zu unterstützen? • Nehmen Sie die jeweils aktuellen geltenden Bestimmungen (aktuell die 5. Verordnung der Landesregierung zur Änderung der Corona-Verordnung) ernst. Halten Sie sich an die Vorgaben. Diese dienen Ihrem und dem Schutz anderer. Zudem müssen Sie bei Verstößen auch mit Bußgeldern rechnen. • Achten Sie auf Informationen offizieller Stellen und lassen Sie sich nicht durch Nachrichten verunsichern, die massenweise über soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste verbreitet werden. Offizielle Stellen sind: Ihre Gemeindeverwaltung, das Gesundheitsamt, Landes- oder Bundesministerien sowie das Robert Koch Institut. • Fragen Sie auch bei offiziellen Stellen genau nach, wenn sich Personen als Mitarbeitende dieser ausgeben. Vor allem wenn diese Personen Sie zu kostenpflichtigen Maßnahmen auffordern. 6. Herr Möller der 1. Mai steht vor der Tür. Treffen Sie verschärfte Maßnahmen, um die Leute zu kontrollieren? Wir handhaben das so wie in den letzten Wochen auch. Einerseits setzen wir auch weiterhin auf die Vernunft der Menschen und andererseits werden wir die polizeiliche Präsenz hochhalten. Darüber hinaus bleibt natürlich auch abzuwarten, welche Änderungen sich bezüglich der Vorgaben der CoronaVO ergeben. Ich persönlich bin da sehr zuversichtlich, dass die Menschen wissen, um was es geht, nämlich sich selbst und andere zu schützen.  

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In sechs Schritten zum eigenen Mundschutz

Schnell, einfach und ohne ganz ohne zu nähen – so gehts

Noch keinen Mundschutz zu Hause? – Kein Problem. Der Südfinder zeigt, wie man sich in sechs einfach Schritten einen Behelfsmundschutz selber machen kann, was beim Tragen einer Maske zu beachten ist und welche Bußgelder als Strafe drohen.  

Region – Die Landesregierung hat eine bundesweite Maskenpflicht eingeführt. Seit Montag, dem 27. April müssen Mund und Nase sowohl beim Einkaufen als auch im öffentlichen Nahverkehr bedeckt sein. Die Maskenpflicht soll dazu beitragen, dass öffentliche Leben wieder ins Rollen zu bringen und die Ausbreitung des Coronavirus dennoch einzudämmen. Beim Mund- und Nasenschutz muss es sich nicht um eine medizinische Atemschutzmaske handeln. Ein Baumwolltuch, Schal, selbstgenähte Stoffmasken oder in der Apotheke erhältliche Masken würden das Coronavirus-Infektionsrisiko eindämmen und daher vollkommen ausreichen. Das ist beim Tragen einer Maske zu beachten: Damit die Maske bestmöglich vor Viren schützt, sollten die Hände vor dem Anlegen der Maske gründlich gereinigt werden. Das soll verhindern, dass das Innere der Atemschutzmaske mit möglichen Keimen verunreinigt wird. Den Mundschutz am Besten nur an den Ohrlaschen, Henkeln, Bändern oder Gummis berühren. Zuerst am einen und dann am anderen Ohr einhängen. Dann vorsichtig in Position bringen. Zusätzlich ist darauf zu achten das die Maske Mund und Nase bedeckt, sowie an den Wangen eng anliegt damit nicht zu viel Luft hineinströmt. Sie darf während des Tragens nicht zurechtgezupft und auch nicht um den Hals getragen werden. Ist die Maske durchfeuchtet ist sie zu wechseln. Vor allem bei selbstgenähten Atemschutzmasken ist es wichtig diese regelmäßig mit mindestens 60 Grad zu waschen oder heiß zu bügeln um Keime abzutöten.   Diese Bußgelder sind zu erwarten: Baden-Württemberg ist sich über die Regelung der Bußgelder noch unklar, während Personen in Bayern ohne Mundschutz mit einer saftigen Geldstrafe von bis zu 150 Euro rechnen müssen. Bundesländer die vorerst auf Bußgelder verzichten wie beispielsweise Rheinland-Pfalz, Saarland oder Sachsen-Anhalt, appellieren auf die Vernuft der Bürger. Hinweis: Die nebenstehende Anleitung ist eine Idee für den Notbehelf. Die Verwendung des Mundschutzes erfolgt auf eigene Gefahr!

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Ausgabe 22.04.2020

„Die Krise hat drastische Folgen, ist aber auch eine Chance“

Geschäftsführer des Modehauses Funk, Tobias Funk im Südfinder-Interview

Laut den neuen Richtlinien der Landesverordnung, dürfen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern seit Montag wieder öffnen. Geschäftsführer des Modehauses Funk, Tobias Funk, spricht im Südfinder-Interview darüber,

was es bedeutet nicht wieder öffnen zu dürfen.

von Franziska Stölzle

1. Herr Funk, können Sie schildern, welche Folgen die Corona-Krise für Ihr Modehaus hat? Die Corona-Krise hat, wie für alle anderen auch, drastische Folgen für unser Modehaus. Die bestellte Ware staut sich im Lager, da wir nichts verkaufen können, wir haben Umsatzeinbrüche und unsere Lieferanten wollen natürlich auch bezahlt werden. Bei laufenden Kosten ist das nicht ganz einfach zu händeln. 2. Ihr Modehaus besteht nun schon seit 1983. Gab es schon einmal eine vergleichbare Krise? Ganz klar nein! In den ganzen 37 Jahren gab es bisher keine vergleichbare Krise, in der es uns untersagt wurde das Modehaus zu öffnen und unsere Ware zu verkaufen. Natürlich hatten wir beispielsweise mal einen Wasserschaden, der über mehrere Wochen angehalten hat und wir konnten deshalb nicht das ganze Modehaus öffnen, aber das wir gar nicht öffnen können oder vielmehr nicht dürfen gab es noch nie. 3. Einzelhändler mit einer Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmeter dürfen seit Montag wieder öffnen. Wie lange können Sie es sich noch „leisten“ Ihr Modehaus gezwungenermaßen geschlossen zu halten? Jeder Schließungs-Tag tut weh und bedroht die Existenz, aber natürlich geht die Gesundheit vor, keine Frage. Dennoch hätte ich mir eine optische Verkleinerung des Modehauses gewünscht. Insgesamt haben wir zwar eine Fläche von 2500 Quadratmetern, hätten wir unsere Verkaufsfläche aber auf das Erdgeschoss reduziert, wären wir knapp unter den vorgeschriebenen 800 Quadratmetern und könnten seit Montag unsere Türen wieder öffnen. Aber aufgrund der aktuellen Vorgaben ist das, wie zum Beispiel in anderen Bundesländern, nicht möglich. Es wird mit zweierlei Maß gemessen und das belastet sehr. 4. Sie bieten derzeit eine Online-Beratung telefonisch, per WhatsApp oder Videocall an. Wie genau funktioniert das? Dieses Angebot wird von unseren Kunden sehr gut angenommen. Wir posten täglich auf Instagram und Facebook die sogenannten outfits of the day (Outfits des Tages) mit Preis. Dort präsentieren unsere Mitarbeiter die neusten Trends und Outfits. Der Großteil unsere Kunden ruft dann meist wegen dem ein oder anderen Outfit an. Ist die gewünschte Kombination in der richtigen Größe da, senden wir es dem Kunden zu. Natürlich kann aber auch telefonisch oder per Videocall angerufen werden und es findet eine „normale“ Beratung statt. Unsere Mitarbeiter sind zu 60 bis 70 Prozent im Haus und können daher die gewünschten Produkte in der Kamera zeigen und der Kunde kann es sich zur Auswahl zukommen lassen. Sollte der Mitarbeiter sich gerade nicht im Modehaus Funk befinden, wird mit dem Kunden ein weiterer Telefon-Termin ausgemacht. 5. Herr Funk, wenn Sie einen Blick in die Zukunft wagen. Wie soll es mit Ihrem Modehaus weitergehen? Ich hoffe sehr, dass die Atemschutzmasken nur eine Übergangslösung darstellen. Ich finde sie gehören einfach nicht in unser Leben, da für mich zu einem Gespräch die Mimik des anderen einfach dazugehört. Ich stelle mir dabei immer gehörlose Menschen vor, welche die Lippen ihres Gegenüber lesen, mit einer Atemschutzmaske ist das nicht mehr möglich. Wenn wir wieder aufmachen werden wir unseren Mitarbeitern natürlich das Aufsetzen einer Atemschutzmaske nahe legen, es aber nicht verpflichten. Ich meine es ist etwas anderes ob ein Mitarbeiter Regale mit neuer Ware auffüllt oder am Kunden eine Hose absteckt. Deshalb empfinde ich es für sinnvoll, wenn eine Maske umgehängt wird, wann sie aufgesetzte wird ist etwas anderes. Aber momentan hoffe ich einfach das die Leute ihre lokalen Händler weiterhin unterstützen, denn diese sind darauf angewiesen.

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Das muss jetzt beachtet werden

Nach wochenlanger Pause dürfen auch die Geschäfte in Aalen mit einer maximalen Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern wieder öffnen

Unter Einhaltung der strengen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen dürfen auch Einzelhändler im Ostalbkreis ihre Türen seit Montag wieder öffnen.  

Region – Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau sowie das Ministerium für Soziales und Integration halten die Einhaltung folgender Regeln für Einzelhändler für erforderlich und bitten streng darauf zu achten:

1. Technische Schutzmaßnahmen

  • An den Kassenarbeitsplätzen müssen geeignete Trennvorrichtungen zwischen Kassenpersonal und Kundschaft angebracht werden
  • Markierungen am Boden im Zulauf zu den Kassenarbeitsplätzen sind im Mindestabstand von 1. 50 Metern zur Orientierung anzubringen
  • Auf das Zahlen mit Bargeld soll so gut es geht verzichtet werden
  • Nach Möglichkeit sollen Ein- und Ausgang getrennt werden und Wartebereiche mit Abstandsmarkierungen versehen werden

2. Abstandregelungen

  • Auf den Sicherheitsabstand von 1. 50 Metern ist zu achten
  • Den Kunden muss vor dem Betreten des Ladens vermittelt werden das zu den Mitarbeitern und zu anderer Kundschaft grundsätzlich und wo immer möglich der Sicherheitsabstand eingehalten werden muss. Das Tragen von Mund- und Nasenschutz muss empfohlen werden
  • Die Anzahl der Kundschaft im Geschäft ist abhängig von der Verkaufsfläche (Richtwert: 20 Quadratmeter pro Person)

3. Hygiene und Desinfektion

  • Die allgemeinen Hygienvorschriften sind besonders zu beachten
  • Für die Kunden ist nach Möglichkeit vor Betreten des Ladens die Gelegenheit zur Handdesinfektion zu schaffen
  • Für die Mitarbeiter ist eine ausreichende Anzahl an Handwaschgelegenheiten zu schaffen
  • Pausenbereiche und Sanitäranlagen sind täglich zu reinigen
  • Dem Kassenpersonal muss Händedesinfektionmittel am Arbeitsplatz zur Verfügung stehen
  • Bei Personalwechsel am Kassenarbeitsplatz ist dieser vollständig zu reinigen (Tastatur, Maus, ect.)
  • Gegenstände wie Türgriffe oder Handläufer an Treppen sind mehrmals am Tag zu reinigen
  • Von Kunden retournierte Waren sind mit geeigneten Schutzmaßnahmen entgegenzunehmen, beispielsweise mit Handschuhen.

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Aktuelle Ausgabe 01.04.2020

Das sollte im Haus sein

Um Hamsterkäufe zu vermeiden sollten diese Lebensmittel vorrätig sein

Das Coronavirus verbreitet immer mehr Angst- auch hierzulande. Dennoch weisen Experten darauf hin, das kein Grund zur Panik bestehe. Hamsterkäufe?- Nein danke. Aber bestimmte Lebensmittel sollten vorrätig sein.

Von Franziska Stölzle

Region – Es kann schnell zu Notsituationen kommen – wie gerade jetzt in Zeiten des Coronavirus und Ausgangssperren. Um sich bestmöglich zu schützen hilft meist nur eins: Isolation. Nun stellt man sich eventuell die Frage, was muss an Lebensmitteln im Haus sein? Wichtig zu wissen: Der menschliche Körper kann unter Umständen drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur circa vier Tage ohne Flüssigkeit. Neben einzelnen Lebensmitteln, die vörrätig sein sollten, gibt es auch ein paar Tipps und Tricks zu beachten. Beim Kauf der Lebensmittel auf luftdichte Verpackungen achten, die älteren Lebensmittel zuerst aufbrauchen, Lebensmittel ohne Kennzeichnung mit dem Einkaufsdatum kennzeichnen, Einkäufe kühl, dunkel und trocken lagern.

Checkliste: 

Die Liste besteht aus Richtwerten. Sie gilt für eine Person über zehn Tage: Getränke: Circa 20 Liter, Getreideprodukte wie Nudeln, Brot, Reis und Kartoffeln: 3,5 Kg, Gemüse sowie Hülsenfrüchte: 4 Kg, Nüsse und Obst: 2,5 Kg , Milchprodukte: 2,6 Kg, Fisch und Fleisch: 1,5 Kg,  Zucker , Marmelade, Süßigkeiten, Kekse, Fertiggerichte: Nach belieben.

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25.03.2020

Quarantäne ohne Test?

Wie man sich richtig verhält, wenn man Angst hat mit dem Coronavirus infiziert zu sein

Jetzt trägt jeder Verantwortung. Mit der ansteigenden Zahl der Corona-Infektionsfälle wächst auch die Sorge selbst betroffen zu sein. Aber wie reagiert man richtig?

Von Franziska Stölzle

Was tun wenn es im Bekanntenkreis einen Corona-Fall gibt? Bei direktem Kontakt zur betroffenen Person sollte umgehend ein Test gemacht werden. Kam es zu keinem direkten Kontakt, ist ein Test nicht zwingend nötig. Dabei gilt, einfach zu Hause bleiben und unnötigen Kontakt vermeiden. Wo gibt es Corona-Tests? Ein Arzt entscheidet im Einzelfall wer auf das Virus getestet wird. Deshalb erst einmal mit dem Hausarzt oder dem Gesundheitsamt Kontakt aufnehmen. Wichtig: Nicht einfach dorthin gehen, es besteht die Möglichkeit dabei andere Patienten mit dem Coronavirus anzustecken. Was wenn kein Test gemacht wird? Besteht die Angst mit dem Virus infiziert zu sein und es wird kein Test gemacht, am Besten zu Hause bleiben und 14 Tage abwarten. Meist braucht das Virus so lange um Symptome hervorzurufen. Ist es ein Muss 14 Tage zu Hause zu bleiben? Niemand wird gezwungen zu Hause zu bleiben. Jeder muss für sich entscheiden welches Verhalten in dieser Situation angemessen ist. Die Frage lautet immer: Ist es nötig? Das heißt, ist es nötig einkaufen zu gehen? Ist es nötig zum Sport zu gehen? oder ist es nötig zu Freunden zu gehen?

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18.03.2020

„Der Coronavirus ist aktuell ein großes Thema“

Oberbürgermeister Michael Dambacher zur Corona-Krise und seinen Zielen, die er konkret in Ellwangen erreichen will

Seit Juli 2019 ist er der neue Oberbürgermeister von Ellwangen – Michael Dambacher. Der 41-Jährige spricht im Interview über die Corona-Krise und welche Ziele er konkret in Ellwangen erreichen möchte.

Von Annika Schneider

Herr Dambacher, wie hat sich Ihr Leben verändert, seit Sie Oberbürgermeister sind?

Eigentlich hat sich nicht so viel verändert. Der Anfahrtsweg ist weiter und mein Terminkalender ist voller als davor.

Mit welchen täglichen Herausforderungen haben Sie zu kämpfen? Stichwort: Coronavirus.

Der Coronavirus ist im Moment ein ganz großes Thema. Ansonsten haben wir natürlich ganz viele große Projekte, die in der Pipeline stehen und es stellt sich einfach die Frage, wie wir die personellen Kapazitäten aufstocken können, dass wir alle Aufgaben bestmöglich bearbeiten können.

Also ist die Ausfallquote groß?

Ja, wir haben im Moment leider die Situation, dass Stellen auch unbesetzt sind. Vor allem im technischen Bereich. Viele Aufgabenbereiche müssen derzeit ein paar wenige Menschen bewältigen. Das ist aktuell die große Herausforderung. Und auch hinsichtlich der Landesgartenschau müssen wir uns überlegen, wie wir das personell dann alles meistern. Das ist für uns ein ganz großes Thema.

Sind Sie auf den Ernstfall in Ellwangen vorbereitet?

Jeden Tag setzt sich der Krisenstab zusammen und bespricht die Lage neu. Es werden natürlich auch von Bundes- und Landesebene entsprechende neue Vorgaben auf den Weg gebracht. Aktuell ist es so, dass wir natürlich sämtliche Kindergärten und Schulen schließen, wie auch vom Land vorgegeben. Zudem haben wir jetzt auch öffentliche Einrichtungen zu gemacht. Das heißt, konkret: Das Wellenbad, die Museen und die Musikschule sind geschlossen. Und auch das Rathaus ist mehr oder minder nicht mehr frei zugänglich.

Kommt man dann gar nicht mehr ins Rathaus?

Wenn die Leute was Dringendes erledigen müssen, können sie sich vorher anmelden. Dann werden die Dinge vorbereitet und der Rest wird dann telefonisch oder per Mail abgearbeitet. Wir versuchen möglichst viele, wie es auch vorgegeben ist, soziale Kontakte auf ein notwendiges Maß zu reduzieren.

Wie zum Beispiel?

Ortschafts- und Gemeinderatssitzungen finden nur statt, wenn wichtige Dinge beschlossen werden müssen. Das heißt notwendige Dinge. Die Themen, die wir schieben können, schieben wir natürlich auch. Wir achten dabei auch darauf, dass die Gemeinräte weit genug auseinandersetzen und nicht in Kontakt kommen.

Es soll aber nun auch noch um Ihre Erfolge als Bürgermeister – damals in Bühlertann – und die Ziele gehen, die Sie als Oberbürgermeister in Ellwangen nun verfolgen. Können Sie kurz dazu was sagen.

Als Bürgermeister in der damaligen Gemeinde Bühlertann haben wir viel im Bildungs- und Betreuungsbereich erreicht. Wir haben ein Haus der Bildung erschaffen – eine Kombination aus Kindergarten und Schule mit Ganztagesbetreuung. Zudem waren wir im Glasfaserausbau schon gut unterwegs gewesen. Wir haben die komplette Gemeinde auf stromsparende Energietechnik umgestellt und sehr viele Baugebiete erschlossen. Sprich vielen Bürgern eine neue Heimat gegeben.

Und was möchten Sie konkret in Ellwangen umsetzten und erreichen?

Das ganze große Ziel ist natürlich zuerst mal eine erfolgreiche Landesgartenschau auf die Beine zu stellen. Das ist etwas, dass viele Begleitprojekte jetzt nach sich ziehen wird. Außerdem ist mir das Thema Innenstadtbelebung wichtig. Ganz konkret, die Leerstandproblematik anzugehen. Außerdem auch städtebaulich hier im Grunde genommen, Neuerungen zu schaffen, die das Landesgartenschaugelände besser an die Innenstadt bindet. Ein weiteres Ziel, dass ich verfolge, ist die Wohnbauentwicklung, sprich bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

War es für Sie immer ein Wunsch Oberbürgermeister zu werden?

Mich hat es nicht von Bühlertann vorgetrieben. Es hat sich alles so ergeben. Beruflich ist es natürlich eine riesen Herausforderung. Auch so ein großes Projekt, wie die Landesgartenschau zu betreuen. Das war keine Entscheidung gegen Bühlertann, sondern eine Entscheidung für Ellwangen.

Zum Schluss: Was wünschen Sie sich den für die Zukunft?

Natürlich in Zeiten von Corona, dass viele Menschen gesund bleiben. Und auf lange Sicht gesehen, dass wir alle unsere Ziele erreichen und Ellwangen eine lebendige Stadt wird.

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Absagen und Schließungen

Das Coronavirus greift immer weiter um sich und das öffentliche Leben findet so gut wie nicht mehr statt

Wegen der rasenden Ausbreitung des Coronavirus fallen etliche Veranstaltungen aus und einige städtische Einrichtungen bleiben geschlossen.

Seit vergangenem Freitag, 13. März, sind folgende Einrichtung vorerst geschlossen:

Limesmuseum, IHK-Bildungszentrum, Limes-Therme, Aalener Hallenbad, Kundenbüro der Stadtwerke, Urweltmuseum, Museum Wasseralfingen, Stadtbibliothek mit den Außenstellen Wasseralfingen und Unterkochen, Musikschule mit allen Außenstellen, Haus der Jugend, Jugendtreff Wasseralfingen, Jugendtreff im Weststadtzentrum und Treffpunkt Rötenberg. Kitas sind flächendeckend seit Montag, 16. März geschlossen und Schulen seit Dienstag, 17. März.

Diese Veranstaltungen in der Region sind abgesagt:

Verkaufsoffener Sonntag in Oberkochen am Sonntag, 29. März. Die Gartenmöbelmesse in Aalen von Samstag, 30. März bis Montag, 1. April. Wortgewaltig-Abend mit Herrmann Bausinger, am 30. März. Der Frauen-Kleider-Basar in Ebnat am Samstag, 21. März. Frühjahrskonzert des Musikvereins Fachsenfeld am Samstag, 4. April. Das Jazzfestival in Schwäbisch Hall vom 25. bis 29.März. Auf unbestimmte Zeit: Keine Gottesdienste in Ellwangen.

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„Es wird nach wie vor ausgerückt“

Kreisbrandmeister Otto Feil erklärt welche Auswirkungen die Krisensituation für die Feuerwehren im Ostalbkreis hat. Die Situation spitzt sich zu. Was das für die Feuerwehren bedeutet, erklärt Kreisbrandmeister Otto Feil im Interview.

Von Franziska Stölzle

Herr Feil, wie gut ist der Ostalbkreis auf Corona vorbereitet?

Der Landkreis ist gut vorbereitet und kann bislang die Infektionsketten nachverfolgen. Mit zunehmender Zahl an Erkrankten und Kontaktpersonen wird dies allerdings immer schwieriger. Unter der Leitung von Landrat Klaus Pavel finden täglich Lagebesprechungen statt. Der Führungsstab der Feuerwehren unterstützt das Gesundheitsamt bei Logistikarbeiten und telefonischer Erstaufnahme von Kontaktpersonen. Drive-in-Testzentren auf dem Greutplatz in Aalen (Maltteser) und auf dem Schießtalplatz in Schwäbisch Gmünd (DRK) wurden eingerichtet.

Feuerwehren sind Teil der Blaulicht-Organisation. Wie kämen sie beim Ausbruch einer Pandemie zum Einsatz?

Die Feuerwehren sind kommunale Einrichtungen und werden zuerst einmal in der eigenen Gemeinde tätig. Sie unterstützen mit Logistik und Infrastruktur, damit das öffentliche Leben in der Gemeinde weiter funktioniert. Sollten gemeindeübergreifende Maßnahmen notwendig werden, werden diese zentral über den Führungsstab/Verwaltungsstab des Landkreises koordiniert. Würde ein Katastrophenfall durch den Landkreis oder das Land Baden-Württemberg ausgerufen, dann muss alles zentral über den Landkreis organisiert werden.

Was wäre wenn ein Corona-Fall in einer Wehr auftreten würde?

Dadurch wäre unter Umständen die Einsatzbereitschaft einer Feuerwehr nicht mehr gewährleistet. Wenn alle Kontakt zueinander hatten, müssten alle in Quarantäne. Größere Freiwillige Feuerwehren habe Schichtpläne eingeführt, um ein Zusammentreffen aller zu vermeiden. In ländlichen Bereichen kann man sich kurzzeitig auch mit der sogenannten Nachbarschaftshilfe und einer Änderung der Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) unterstützen.

Was passiert wenn eine Feuerwehr alarmiert wird?

Die Freiwilligen Feuerwehren werden nach wie vor zu Einsatz ausrücken, sodass die Pflichtaufgaben einer Gemeinde gewährleistet werden. Es werden beim Einsatz besondere Hygienemaßnahmen beachtet, um die Mitglieder der Feuerwehren zu schützen.

Wie viele Feuerwehren gibt es im Kreis?

Es gibt im Ostalbkreis 42 Gemeindefeuerwehren mit 3700 Mitgliedern und 7 Werkfeuerwehren mit 214 Mitgliedern.

Was raten Sie der Bevölkerung um sich vor Corona zu schützen?

Zuallererst die üblichen Händedesinfektionsmaßnahmen und Husten- und Nieshygiene zu beachten. Außerdem müssen jetzt die Vorgaben des Landes, die ab heute in Kraft sind, befolgt werden. Das heißt: soziale Kontakte – auch im privaten Bereich – auf ein Minimum zu beschränken. Generell: den Anordnungen der Behörden Folge zu leisten, um die zu erwartende Zahl der Erkrankungsfälle zu verlangsamen.

Wie schätzen Sie Corona ganz persönlich ein?

Wir alle kommen momentan an soziale und persönliche Grenzen. Dies fordert von jedem einzelnem Rücksicht und Verzicht auf so manche Gewohnheiten.

Wenn alle zusammenhalten und entsprechende Disziplin an den Tag legen, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir die Krise meistern.

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